Gauweiler fordert CSU-Wahlbündnis mit Freien Wählern und stellt AfD-Tabu infrage
Nina BrandtGauweiler fordert CSU-Wahlbündnis mit Freien Wählern und stellt AfD-Tabu infrage
Peter Gauweiler, einst als konservative Stimme der CSU bekannt, hat eine engere Zusammenarbeit zwischen seiner Partei und den Freien Wählern gefordert. Sein Vorstoß zielt darauf ab, den Einfluss des bürgerlich-konservativen Lagers bei Wahlen über Bayern hinaus zu stärken. Der ehemalige Minister stellte zudem die strikte Ablehnung der CSU gegenüber einer Kooperation mit der rechtspopulistischen AfD infrage.
Gauweiler, der unter Edmund Stoiber als bayerischer Umweltminister und unter Franz Josef Strauß als Staatssekretär im Innenministerium diente, ist seit langem eine prägende Figur der CSU. Sein jüngster Vorschlag sieht vor, mit den Freien Wählern gemeinsame Wahllisten zu bilden, um die Fünf-Prozent-Hürde bei Landes- und Bundestagswahlen zu umgehen.
Er argumentiert, eine solche Partnerschaft könnte bis zu zwei Drittel der Wählerschaft ansprechen. Falls sich ein Bündnis als schwierig erweisen sollte, schlägt er vor, die CSU solle außerhalb Bayerns eigenständig antreten, statt die Idee vollständig aufzugeben.
Darüber hinaus kritisierte Gauweiler die Weigerung seiner Partei, mit der AfD ins Gespräch zu kommen. Offener Dialog sei ihm zufolge wichtiger als ideologische Gräben – in der Vergangenheit hatte er sogar Anträge der Linken unterstützt. Zwar spricht er der AfD keine pauschale Unterstützung aus, lässt aber erkennen, dass er deren Vorhaben befürworten könnte, sofern sie mit seinen Positionen übereinstimmen.
Gauweilers Forderungen stellen die aktuelle Strategie der CSU infrage. Ein mögliches Bündnis mit den Freien Wählern könnte die bürgerlich-konservative Politik in den kommenden Wahlen neu ordnen. Gleichzeitig signalisiert seine Bereitschaft, AfD-Anträge zu prüfen, einen Bruch mit der bisherigen grundsätzlichen Ablehnung der Partei, mit dem rechtspopulistischen Lager zusammenzuarbeiten.






