Gebrauchtwagenpreise sinken – doch nicht alle Modelle verlieren an Wert
Leni RichterGebrauchtwagenpreise sinken – doch nicht alle Modelle verlieren an Wert
Die Coronavirus-Pandemie verursachte massive Störungen in den globalen Lieferketten und traf insbesondere die Automobilbranche hart. Ein schwerer Mangel an Halbleiterchips führte zu Produktionsstopps, langen Wartezeiten für Neuwagen und einem deutlichen Anstieg der Gebrauchtwagenpreise. Nun, da sich der Markt allmählich stabilisiert, behalten einige Modelle ihren Wert, während andere mit starken Wertverlusten zu kämpfen haben.
Zwischen 2020 und 2021 hatten Autohersteller große Schwierigkeiten, ausreichend Chips zu beschaffen, nachdem Halbleiterproduzenten ihre Kapazitäten auf Unterhaltungselektronik und IT verlagert hatten. Der Mangel zwang Fabriken immer wieder zu Produktionsstillständen, wodurch die globale Fahrzeugproduktion um sieben bis elf Millionen Einheiten unter den geplanten Werten blieb. Da weniger Neuwagen verfügbar waren, stieg die Nachfrage nach Gebrauchtfahrzeugen stark an – zwischen 2021 und 2022 kletterten die Preise um etwa 19 Prozent, den schnellsten Anstieg, der jemals verzeichnet wurde.
Bis Anfang 2025 kostet ein durchschnittlicher Gebrauchtwagen in Deutschland etwa 27.800 Euro, rund fünf Prozent weniger als auf dem Höchststand 2023. Doch nicht alle Modelle folgen diesem Trend. SUVs und beliebte Kompaktwagen wie der VW Tiguan, der BMW X1 oder der Audi Q3 halten ihren Wert oder legen sogar noch zu. Gleichzeitig haben sich Luxus-Elektrofahrzeuge stark abgewertet – ein Mercedes EQS verlor innerhalb eines Jahres bis zu 45 Prozent seines Werts.
Daten zeigen, dass dreijährige rein elektrisch betriebene Fahrzeuge heute nur noch 50 Prozent ihres ursprünglichen Preises behalten. Zum Vergleich: Benzinmodelle liegen bei 63,5 Prozent, Diesel bei 62,2 Prozent. Trotz der Preisanpassungen bleibt der Gebrauchtwagenmarkt aktiv – 2024 stiegen die Halterwechsel um 7,4 Prozent auf etwa 6,48 Millionen Fahrzeuge.
Die Chipkrise hat den Automobilmarkt nachhaltig verändert und wirkt sich weiterhin auf Produktion und Preise aus. Zwar geben die Gebrauchtwagenpreise langsam nach, doch bestimmte Segmente – insbesondere elektrische Luxusfahrzeuge – verzeichnen deutlich stärkere Wertverluste als herkömmliche Modelle. Dieser Wandel spiegelt sich in veränderter Nachfrage und anhaltenden Anpassungsprozessen der Branche wider.






