Gorlebens Atommüll-Zwischenlager soll 20 Jahre länger laufen – doch wie sicher ist das?
Leni RichterGorlebens Atommüll-Zwischenlager soll 20 Jahre länger laufen – doch wie sicher ist das?
Deutschlands Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle in Gorleben bleibt weit länger in Betrieb als ursprünglich geplant. Die aktuelle Betriebsgenehmigung läuft zwar 2034 aus, doch nun wurde eine Verlängerung um 20 Jahre beantragt. Die Verzögerung ergibt sich, weil die Suche nach einem Endlager den gesetzlich vorgesehenen Zeitrahmen bis 2031 deutlich überschreiten wird.
Im Lager befinden sich derzeit 113 CASTOR-Behälter mit abgebrannten Brennelementen und Wiederaufarbeitungsabfällen. Diese wurden zwischen 1995 und 2011 in 13 Transporten angeliefert – jeder davon löste massiven Protest aus.
Die oberirdische Lagerhalle im Gorlebener Forst weist dünnere Wände und Decken auf als neuere Standorte: Die Wände sind nur 50 Zentimeter dick, die Dachplatte misst lediglich 20 Zentimeter. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüneburg-Dannenberg äußert Bedenken hinsichtlich der langfristigen Sicherheit, insbesondere zum Verhalten der Behälter über die Jahre.
Die vom Bund getragene Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) hat den Verlängerungsantrag eingereicht. Sie begründet dies mit regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen und dem Erhalt von Fachwissen, was den zusätzlichen Betrieb über zwei Jahrzehnte rechtfertige. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) wird das Genehmigungsverfahren begleiten.
Da ein Endlager in weiter Ferne liegt, dürfte Gorlebens Zwischenlager noch jahrzehntelang in Betrieb bleiben. Die Verlängerung würde den Standort mindestens bis 2054 funktionsfähig halten. Nun liegt die Entscheidung bei den Aufsichtsbehörden, die Sicherheit und Machbarkeit des verlängerten Betriebs prüfen.
