20 March 2026, 18:15

Grüne und CDU ringen nach Pattsituation um Koalition in Baden-Württemberg

Gelbliches, zerknittertes Zeitungsblatt mit schwarzer Tinte, Schlagzeile "Semanario Repúblicano Democrático Federal", zeigt das Wort "Diskussion."

Skandalvorwurf vor Wahl - Fischer bittet Hagel um Vergebung - Grüne und CDU ringen nach Pattsituation um Koalition in Baden-Württemberg

Grüne und CDU in Baden-Württemberg bereiten sich auf Koalitionsgespräche nach knapper Wahl vor

Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Landtagswahl bereiten sich die Grünen und die CDU in Baden-Württemberg auf Sondierungsgespräche vor. Beide Parteien errangen bei der Wahl am 8. März jeweils 56 Sitze, was zu einer Pattsituation im Landtag führte. Die Spannungen hatten sich zuvor verschärft, als eine Grünen-Politikerin einen umstrittenen Beitrag teilte, der sich gegen den CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel richtete.

Auslöser des Streits war ein altes Video von Hagel aus dem Jahr 2016, das Debatten über Wahlkampftaktiken und Sexismus neu entfachte. Nun, da erste Gespräche bevorstehen, wurde eine Entschuldigung ausgesprochen, um die angespannte Stimmung zwischen den beiden Lagern zu entschärfen.

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Der Konflikt eskalierte, als die Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer ein Video verbreitete, in dem Hagel Äußerungen über eine minderjährige Schülerin macht. Die CDU verurteilte den Schritt umgehend und warf den Grünen eine "Schmutzkampagne" vor. Eine weitere Grünen-Politikerin, Simone Fischer, teilte später einen Beitrag mit Hagels Foto und der Schlagzeile "Offizielle Warnung" sowie dem Text "Versteckt eure Kinder".

Fischer reagierte zunächst nicht auf die Kritik, löschte den Beitrag jedoch schließlich und wandte sich direkt an Hagel, um ihr Bedauern über die Veröffentlichung auszudrücken. Die Entschuldigung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da beide Parteien unter Druck stehen, eine stabile Regierung zu bilden.

Bei der Wahl erreichten die Grünen 30,2 Prozent der Stimmen, die CDU folgte knapp mit 29,7 Prozent. Da es keine anderen realistischen Koalitionsoptionen gibt, erscheint eine erneute "Grün-Schwarze" Zusammenarbeit – die bereits seit 2016 besteht – als einzige praktikable Lösung. Grünen-Chef Cem Özdemir hat die CDU zu ersten Sondierungsgesprächen eingeladen und die Notwendigkeit von Kontinuität in Europas wichtigster Industrieregion betont.

Trotz interner Unzufriedenheit in der CDU über eine wahrgenommene Ungleichbehandlung drängen übergeordnete Themen wie der wirtschaftliche Wandel und geopolitische Herausforderungen beide Seiten an den Verhandlungstisch. Fischers Entschuldigung wird nun als Schritt zur Vertrauensbildung vor den offiziellen Gesprächen gewertet.

Die Grünen und die CDU müssen sowohl politische als auch persönliche Spannungen überwinden, um eine Koalition zu schmieden. Bei gleicher Sitzverteilung im Landtag und ohne klare Alternative hängt die Stabilität der Regierung davon ab, ob es gelingt, die jüngsten Konflikte hinter sich zu lassen. Das Ergebnis der Gespräche wird die Politik in Baden-Württemberg in den kommenden Jahren prägen.

Quelle