Halles Kleine Ulrichstraße: Absperrungen zur WM sorgen für Streit zwischen Stadt und Gastronomie
Nina BrandtHalles Kleine Ulrichstraße: Absperrungen zur WM sorgen für Streit zwischen Stadt und Gastronomie
In der Stadt Halle (Saale) wurden entlang der Kleinen Ulrichstraße vorübergehende Absperrungen errichtet, um während der FIFA-Weltmeisterschaft den Autoverkehr einzuschränken. Lokale Geschäftsinhaber kritisieren die Maßnahme als überzogen und schädlich für das fußgängerfreundliche Flair der Straße. Lediglich drei der zwölf Betriebe in der Gegend planen, Spiele zu übertragen – was Zweifel an der Notwendigkeit solcher Vorkehrungen aufkommen lässt.
In der Kleinen Ulrichstraße befinden sich zwölf Einrichtungen, darunter das Café Roter Horizont, die Haley Bar und das Connoisseur. Fast keines davon wird WM-Spiele zeigen, sodass kaum mit großen Menschenmengen zu rechnen ist. Trotzdem ließ die Stadt versenkbare Poller installieren, die abends und nachts hochgefahren werden können, um Fahrzeuge zu blockieren.
Die Geschäftsleute wurden vor der Aufstellung der Barrieren nicht konsultiert. Sie bezeichnen die Konstruktionen als „militärisch“ und „völlig übertrieben“ und befürchten, dass sie die einladende Atmosphäre der Straße zerstören werden. Statt Absperrungen schlagen sie gezielte Polizeistreifen an belebten Abenden vor, um den Verkehr zu überwachen und Regeln durchzusetzen.
Die Stadt begründet die Maßnahme mit dem Ziel, „Protzfahrten“ zu unterbinden und Fußballfans zu schützen. Zudem betonen die Verantwortlichen, dass Bußgelder aus den Kontrollen die Kosten für den Polizeieinsatz decken könnten – was die Lösung langfristig tragbar mache.
Die Barrieren sind nun installiert, doch die Betreiber fühlen sich von der Entscheidung übergangen. Da nur wenige Lokale Spiele zeigen, verdeutlicht der Streit den Konflikt zwischen Sicherheitsplänen und den Belangen der direkt Betroffenen. Das Ergebnis wird prägen, wie die Straße während des Turniers funktioniert.






