Hammerbande-Anführerin Lina E. überraschend vorzeitig auf freiem Fuß
Lina E., die verurteilte Anführerin der militanten linksextremen Gruppe Hammerbande, ist vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Die Entscheidung folgt auf einen viel beachteten Prozess und mehrere Rechtsmittelverfahren; ihr Urteil wurde im März 2025 rechtskräftig. Während des gesamten Verfahrens herrschten strenge Sicherheitsvorkehrungen, da mit Ausschreitungen und politischen Auseinandersetzungen gerechnet wurde.
Im Mai 2023 war Lina E. zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden, weil sie eine kriminelle Vereinigung gegründet und angeführt hatte. Zudem sprach sie das Gericht in mehreren Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung schuldig. Zwischen 2018 und 2020 hatte ihre Gruppe mutmaßliche Rechtsextremisten und verdächtige Neonazis in Ostdeutschland ins Visier genommen und bei gewaltsamen Überfällen Werkzeuge wie Hämmer, Metallstangen und Pfefferspray eingesetzt.
Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte das Urteil im März 2025 weitgehend und machte es damit rechtskräftig. Dennoch lehnte der 3. Strafsenat später eine Beschwerde der Bundesanwaltschaft gegen ihre vorzeitige Entlassung ab. Lina E. hatte zu diesem Zeitpunkt bereits etwa zwei Drittel ihrer Strafe verbüßt, einschließlich der Untersuchungshaft.
Ihre Bewährungsentlassung hat eine Debatte ausgelöst: Kritiker werfen dem deutschen Justizsystem vor, politisch motivierte Gewalt von links und rechts unterschiedlich zu behandeln. Lina E. ist nun auf freiem Fuß, nachdem die Gerichte ihrer vorzeitigen Freilassung zugestimmt haben. Der Fall wirft Fragen zur Handhabung politisch motivierter Straftaten in Deutschland auf. Zwar bleibt das Urteil gegen sie bestehen, doch die Entscheidung, sie vorzeitig zu entlassen, ist zum Brennpunkt juristischer und politischer Diskussionen geworden.






