Historischer Machtwechsel: Miesbach wählt erstmals keinen CSU-Landrat
Matteo KrauseHistorischer Machtwechsel: Miesbach wählt erstmals keinen CSU-Landrat
Jens Zangenfeind von der Freien Wählergemeinschaft des Landkreises Miesbach (FWG) ist zum neuen Landrat des oberbayerischen Landkreises Miesbach gewählt worden. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landkreises wird das Amt damit nicht von einem Mitglied der Christlich-Sozialen Union (CSU) besetzt.
Die Wahl folgte auf die Entscheidung von Olaf von Löwis, der auf eine zweite Amtszeit verzichtete. Der bisherige CSU-Landrat trat nach einer Amtszeit zurück und machte damit den Weg für neue Bewerber frei. Sieben Kandidaten hatten sich zunächst um die Nachfolge beworben.
In der ersten Wahlrunde ging Zangenfeind mit 45,3 Prozent der Stimmen in Führung. Franz Schnitzenbaumer, der CSU-Kandidat und ehemalige Bürgermeister von Schliersee, erreichte mit 25,6 Prozent den zweiten Platz. Thomas Tomaschek von den Grünen kam auf 12,2 Prozent, während sich die übrigen Stimmen auf die anderen Bewerber verteilten.
In der Stichwahl setzte sich Zangenfeind schließlich deutlich mit 78 Prozent der Stimmen durch. Sein letzter verbleibender Konkurrent, Schnitzenbaumer, erhielt 22 Prozent. Vor diesem Erfolg war Zangenfeind Bürgermeister der Gemeinde Hausham gewesen.
Der politische Wandel im Landkreis Miesbach vollzieht sich schrittweise. Seit der Wahl 2020 haben Politiker wie der SPD-Kandidat Thomas Acher mit ihrer Fokussierung auf lokale Themen – etwa Wohnraumpolitik – statt auf Parteibindungen Aufmerksamkeit erregt. Dieser Ansatz hat der Regionalpolitik neuen Schwung verliehen.
Zangenfeinds Vorgänger im Amt, Wolfgang Rzehak von den Grünen, hatte die Position inne, bevor von Löwis im letzten Wahlzyklus die Nachfolge antrat.
Das Wahlergebnis beendet die jahrzehntelange Dominanz der CSU im Landratsamt. Zangenfeind übernimmt nun die Amtsgeschäfte in einer Phase des politischen Umbruchs. Sein Sieg spiegelt einen übergeordneten Trend wider: Immer mehr Wähler entscheiden sich nach lokalen Sachfragen und weniger nach traditionellen Parteizugehörigkeiten.






