05 April 2026, 08:15

Hitzige Debatte um Apothekenfinanzierung und Rezeptboni auf Münchner Gipfel

Plakat mit der ├ťberschrift "Reduzierung der Arzneimittelkosten unter der Biden-Harris-Regierung" mit Text und Logo, das über Informationen über die Arzneimittelkostensenkung informiert.

Hitzige Debatte um Apothekenfinanzierung und Rezeptboni auf Münchner Gipfel

Auf dem Kooperationsgipfel in München kam es zu einer hitzigen Debatte zwischen Olaf Heinrich, dem Vorstandsvorsitzenden von Redcare, und Dr. Ina Lucas, der Präsidentin der Apothekerkammer Berlin. Im Mittelpunkt des Streits standen die Finanzierung von Apotheken, Rezeptboni und die Zukunft der lokalen Apothekenlandschaft.

Olaf Heinrich argumentierte, viele kleine Apotheken stünden vor existenziellen Problemen, während Dr. Ina Lucas auf faire Vergütungsmodelle pochte, um ihr Überleben zu sichern. Auslöser der Diskussion waren Forderungen nach einer Erhöhung der Rezeptgebühr um 9,50 Euro, besseren Bonusregelungen für Rezeptabgaben sowie strengere Vorgaben für die Einhaltung der Kühlkette. Heinrich behauptete, dass bereits ein Drittel der lokalen Apotheken nicht mehr wirtschaftlich tragfähig sei. Zudem verteidigte er das Bonussystem von Redcare mit dem Hinweis, dass europäisches Recht nationale Bedenken überlagere und es bisher keine rechtlichen Schritte gegen ihr Modell gegeben habe.

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Dr. Lucas entgegnete, die Apotheken hätten viel zu lange auf angemessene Bezahlung warten müssen. Sie betonte, dass die Therapiebegleitung eine zentrale Aufgabe der Vor-Ort-Apotheken sei, und kritisierte Versandapotheken wie Shop Apotheke als überteuert. Bedenken hinsichtlich der Kühlketten-Compliance wies sie zurück und verwies darauf, dass Shop Apotheke bereits sowohl aktive als auch passive Kühlmethoden einsetze.

Heinrich lehnte die Vorstellung ab, Apotheken könnten zu bloßen Logistikdienstleistern werden. Stattdessen schlug er vor, dass größere Betreiber möglicherweise eine bessere Versorgung gewährleisten könnten als kleine lokale Apotheken. Zwar räumte er ein, dass eine Gebührenerhöhung helfen würde, zweifelte jedoch daran, dass dies das bestehende Apothekennetz retten könne.

Der Deutsche Apothekerverband (ABDA) schlug vor, Rezeptboni im Verwaltungsrecht mit Bußgeldern von bis zu 300.000 Euro zu belegen, überwacht durch das Bundesamt für Soziale Sicherung. Unabhängige Bewertungen zur EU-weiten Praxis – etwa von der Bundesärztekammer oder dem Gesundheitsministerium – lagen jedoch nicht vor. Die Debatte offenbarten tiefe Gräben in der Frage der Apothekenfinanzierung und -struktur. Unmittelbare rechtliche Änderungen wurden nicht angekündigt, doch die Diskussion warf grundsätzliche Fragen zur Zukunft der kleinen Apotheken auf.

Die vom ABDA vorgeschlagenen Strafen bleiben weiterhin in Prüfung, während das Bonussystem von Redcare ohne rechtliche Beanstandungen weiterbesteht.

Quelle