Immer weniger Minijobber schaffen den Sprung in feste Arbeitsverhältnisse
Leni RichterImmer weniger Minijobber schaffen den Sprung in feste Arbeitsverhältnisse
Immer weniger Beschäftigte in Deutschland schaffen den Übergang von Minijobs in reguläre Arbeitsverhältnisse. Neue Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang solcher Übergänge seit 2017. Politiker und Behörden machen dafür sowohl die schwache Wirtschaftslage als auch strukturelle Mängel im Sozialsystem verantwortlich.
2017 gelang es noch über 102.000 Minijob-Kräften, eine sozialversicherungspflichtige Stelle zu finden. Bis September 2022 sank diese Zahl auf nur noch 50.831 – hochgerechnet auf das gesamte Jahr wären es 67.775. Auch bei Vollzeitstellen ist der Rückgang spürbar: 2017 wurden 33.953 Übergänge verzeichnet, bis September 2022 waren es lediglich 16.315, was einer geschätzten Jahreszahl von 21.753 entspricht.
Besonders ausgeprägt ist der Trend bei Beziehern von Sozialleistungen. 2017 schafften noch 27,1 Prozent der Minijob-Beschäftigten mit aufstockenden Leistungen den Sprung in ein reguläres Arbeitsverhältnis. Bis September 2022 fiel diese Quote auf 18,6 Prozent.
Kritik kommt aus verschiedenen Lagern. Hülya Düber, CSU-Abgeordnete im Bundestag, monierte, das System biete zu wenig Anreize für Arbeit – "Arbeit lohnt sich einfach zu selten". Jan Feser von der AfD warf der Bundesagentur für Arbeit vor, sie "verwaltet weitgehend nur noch Arbeitslosigkeit, statt sie wirksam zu bekämpfen". Die Behörde selbst verwies auf die allgemeine Schwäche des Arbeitsmarktes als Hauptgrund für den Rückgang.
Die Daten belegen einen klaren Rückgang der Übergänge von Minijobs in stabile Beschäftigungsverhältnisse. Da immer weniger Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtige oder Vollzeitstellen finden, wachsen die Sorgen um die langfristige Jobperspektive. Politiker und Verantwortliche diskutieren weiterhin über die Ursachen und mögliche Lösungsansätze.






