17 June 2026, 16:27

Karin Bergmann wird erste künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele

Salzburger Positionierungen

Karin Bergmann wird erste künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele

Die Salzburger Festspiele ernennen Karin Bergmann zur neuen künstlerischen Leiterin – ein historischer Moment für das renommierte Festival. Ihre Berufung folgt auf monatelange Turbulenzen nach dem Rücktritt von Markus Hinterhäuser, der nach Berichten über ein angespanntes Arbeitsklima das Amt niederlegte. Nun steht Bergmann vor der Herausforderung, eine der bedeutendsten Kultureinrichtungen Europas in eine neue Ära zu führen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Hinterhäuser war im März nach anhaltenden internen Konflikten zurückgetreten. Medienberichten zufolge herrschte ein schwieriges Betriebsklima, mit Vorwürfen wegen jähzornigen Verhaltens gegenüber Mitarbeitenden. Sein Abgang warf zahlreiche Fragen auf, und Bergmann kritisierte später die mangelnde Transparenz des Vorstands bei der Aufarbeitung der Vorgänge.

Ihre Ernennung kam für viele überraschend, da sie zunächst nicht als Kandidatin für die Position im Gespräch war. Bergmann wird als erste Frau in der Geschichte des Festivals diese Rolle übernehmen. Zwar plant sie, das musikalische Programm ihres Vorgängers beizubehalten, doch möchte sie den Schauspielbereich ausbauen. Trotz früherer Äußerungen Hinterhäusers, der sie als enge Freundin bezeichnete, betont sie, dass ihr Verhältnis stets rein professionell war.

Die Amtszeit der aktuellen Festspielpräsidentin Kristina Hammer endet Ende 2026; die Stelle wurde neu ausgeschrieben und zog 27 Bewerbungen an – darunter auch Hammers eigene. Ein Bruch mit der Tradition: In diesem Jahr wird sie nicht wie üblich die Eröffnungsrede am 26. Juli halten. Bergmann fordert zudem eine stärkere Vertretung von Theaterregisseuren im Vorstand und unterstützt die Einführung von Frauenquoten.

Mit einer klaren Vision für Kontinuität und Wandel übernimmt Bergmann die Leitung. Sie will die musikalische Ausrichtung der Festspiele bewahren, gleichzeitig aber Reformen in der Governance und bei der Repräsentation vorantreiben. Ihre Führung wird maßgeblich prägen, wie die Salzburger Festspiele die jüngsten Kontroversen überwinden und neue Chancen nutzen.

Quelle