Kfz-Handwerk kämpft um Nachwuchs: Zu wenige Bewerber mit passenden Fähigkeiten
Nina BrandtKfz-Handwerk kämpft um Nachwuchs: Zu wenige Bewerber mit passenden Fähigkeiten
Deutschlands Kfz-Handwerk bleibt Spitzenreiter in der beruflichen Ausbildung – mit aktuell 73.500 Auszubildenden. Doch viele Betriebe stehen vor einer wachsenden Herausforderung: zu wenige Bewerber und noch weniger mit den richtigen Qualifikationen. Die Branche drängt nun auf Reformen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.
2024 begannen rund 24.000 neue Auszubildende ihre Lehre im Bereich Kraftfahrzeugmechatronik. Doch Unternehmen berichten weiterhin von Schwierigkeiten, freie Stellen zu besetzen. Ein zentrales Problem ist der Mangel an Bewerbern mit den nötigen Fähigkeiten – insbesondere in den Bereichen Elektrik und Software, die durch die Verkehrswende stark an Bedeutung gewonnen haben.
Hochvoltsysteme und digitale Kompetenzen werden immer wichtiger. Viele Betriebe sind überzeugt, dass die Ausbildungsinhalte dringend modernisiert werden müssen, um diese Entwicklungen widerzuspiegeln. Gleichzeitig gewinnen persönliche Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und technisches Interesse an Gewicht. Fehlzeiten, Unzuverlässigkeit und Konflikte im Team zählen nach wie vor zu den häufigsten Gründen für Abbrüche der Ausbildung.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wollen Branchenverbände die Unterstützung für Ausbilder ausbauen. Geplant sind mehr Weiterbildungsangebote, digitale Lehrmaterialien und gezielte Kampagnen, um Nachwuchs zu gewinnen. Erfolg, so die Überzeugung, hänge von der Zusammenarbeit zwischen Auszubildenden, Mitarbeitern, Betrieben, Innungen und Verbänden ab.
Das duale Ausbildungssystem gilt weiterhin als entscheidend, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Doch ohne Modernisierung und stärkere Nachwuchsgewinnung fürchten viele Betriebe, künftige Anforderungen nicht erfüllen zu können.
Das Kfz-Handwerk passt sich neuen technologischen und bildungspolitischen Erfordernissen an. Die Betriebe fordern aktualisierte Ausbildungsprogramme, bessere digitale Ressourcen und verbesserte Rekrutierungsstrategien. Ohne diese Veränderungen droht der Branche ein Mangel an qualifizierten Fachkräften – und damit die Gefahr, den Anschluss in einer sich wandelnden Industrie zu verlieren.






