KI-generierte Falschinformationen täuschen alle Altersgruppen – doch die EU greift ein
Nina BrandtKI-generierte Falschinformationen täuschen alle Altersgruppen – doch die EU greift ein
Falschinformationen verbreiten sich in allen Altersgruppen – selbst ältere Männer fallen auf KI-generierte Inhalte herein. Gleichzeitig setzen Regierungen und politische Gruppen zunehmend auf digitale Taktiken, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Neue EU-Vorschriften sollen das Problem ab August in den Griff bekommen, indem sie klare Kennzeichnungen für KI-Inhalte vorschreiben.
Das Weiße Haus inszeniert seit der Zuspitzung der Spannungen mit dem Iran eine digitale Militärparade in den sozialen Medien. Die Kampagne setzt auf machohafte Bildsprache und gamifizierte Ästhetik, um gezielt junge Männer anzusprechen. Auch Popkultur-Referenzen sind Teil der Strategie, um bestimmte Zielgruppen zu erreichen.
In Deutschland verbreiten rechtsextreme Kreise gefälschte "Stimmen-aus-der-Straße"-Interviews im Netz. Ein Beispiel zeigte eine KI-generierte 18-jährige Blonde, die zu Massenabschiebungen aufrief. Rassistische und autoritäre Gruppen nutzen zudem niedliche, comicartige Visuals, um ihre Botschaften zu tarnen und die Nutzer unvorbereitet zu treffen.
KI-gesteuerte Accounts machen sich Stereotype zunutze, um verletzliche Personen zu manipulieren. Die gefälschten Profile wechseln oft zwischen Betrugsmaschen und politischen Narrativen, um eine Gefolgschaft aufzubauen. Manche sexualisieren KI-Figuren sogar für finanzielle Gewinne – und verwischen so weiter die Grenze zwischen Realität und Fiktion.
Die Politikwissenschaftlerin Katharina Nocun untersucht, wie sich Falschinformationen über Verschwörungstheorien und sozialen Einfluss verbreiten. Während die deutsche Regierung auf populistische KI-Fälschungen verzichtet, setzen viele demokratische Parteien mittlerweile KI-Werkzeuge in ihrer Wahlkampfbildsprache ein. Die bevorstehenden EU-Kennzeichnungspflichten werden Plattformen zwingen, KI-generierte Inhalte deutlich zu markieren – und so das Erkennen von Fälschungen erleichtern.
Der Aufstieg KI-generierter Desinformation betrifft alle Altersgruppen: von jungen Männern, die mit militärischer Propaganda angesprochen werden, bis hin zu älteren Menschen, die auf gefälschte Inhalte hereinfallen. Mit den neuen EU-Regulierungen müssen Plattformen bald KI-Material klar kennzeichnen. Das Vorhaben soll Nutzern helfen, in einer zunehmend manipulierten digitalen Landschaft Fakten von Fiktion zu unterscheiden.






