KitschKrieg revolutioniert elektronische Musik mit deutschem Humor und globalen Beats
Theo SchmidtKitschKrieg revolutioniert elektronische Musik mit deutschem Humor und globalen Beats
KitschKrieg macht mit einem Sound Furore, der Präzision und Verspieltheit vereint. Ihr schlichter, minimalistischer Stil spiegelt sich auch in ihrer Musik wider, die mit klaren Synths und tranceartigen Rhythmen an Paul Kalkbrenner erinnert. Das Trio arbeitet mit der Akribie handwerklicher Kunstfertigkeit, doch ihre Stücke tragen stets eine humorvolle Note.
Schon der Name der Gruppe spielt ironisch mit dem Klischee „Made in Germany“ als Meme. In ihre Tracks webt das Trio Samples ikonischer deutscher Acts wie Blümchen oder Kraftwerk ein – eine Hommage an die eigenen Wurzeln, die zugleich die überkommenen Vorstellungen auf die Schippe nimmt. Ihre beiden letzten Alben, jeweils unter dem Titel German Engineering erschienen, entstanden mit internationalen Kollaborateuren und bereicherten so ihren globalen Sound.
Ihre Musik speist sich aus einem breiten Einflussrepertoire: Reggae, Dancehall, jamaikanische Rhythmen und afrikanische Clubbeats fließen ein. Rapper Baran Kok steuert deutsche Texte bei, die oft ungeschönte Themen wie Drogenhandel auf Raves behandeln. Awhodat, das dritte Mitglied des Trios, zeichnet für die visuellen Elemente verantwortlich und gestaltet Fotos und Videos im typisch reduzierten Schwarz-Weiß-Look.
Die Songs von KitschKrieg gehen nahtlos ineinander über, wie Kapitel eines Hörbuchs. Dieser kohärente Ansatz zieht die Hörer:innen in ihre Welt hinein, in der jedes Detail durchdacht wirkt. Mit ihrer präzisen Produktion und ihrem scharfsinnigen Blick auf deutsche Identität heben sie sich in der elektronischen Musikszene ab. Die Fähigkeit, globale Klänge mit lokalem Humor zu verbinden, schafft ein unverwechselbares und einprägsames Hörerlebnis. Das Trio lotet weiterhin Grenzen aus – stets treu ihrer schlichten, minimalistischen Vision.
