29 March 2026, 16:19

Kohleausstieg in Gefahr: Merz' Äußerungen gefährden Lausitzer Energiewende-Pläne

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Fuck You Coal" vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Bäumen, einer Fahnenstange und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Kohleausstieg in Gefahr: Merz' Äußerungen gefährden Lausitzer Energiewende-Pläne

Deutschlands Kohleausstieg droht Verzögerung nach Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz

Bundeskanzler Friedrich Merz hat angedeutet, dass Kohlekraftwerke länger in Betrieb bleiben könnten als geplant – eine Aussage, die den Zeitplan für den deutschen Kohleausstieg infrage stellt. Seine Bemerkungen fallen in eine Phase des Umbruchs in der Lausitz, wo der Strukturwandel vom Braunkohleabbau hin zu erneuerbaren Energien in vollem Gange ist. Die Grünen forderten unterdessen Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke auf, an der vereinbarten Frist festzuhalten und keine Verschiebung zuzulassen.

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Die Lausitz, jahrzehntelang vom Braunkohlebergbau geprägt, steht heute im Mittelpunkt der deutschen Energiewende. Der Energiekonzern LEAG, einer der größten Akteure der Region, hat seit Bekanntgabe des Kohleausstiegs Milliarden in erneuerbare Energien investiert. Dazu gehören Europas größtes Batteriespeicherprojekt für 500 Millionen Euro sowie eine 800 Millionen Euro teure Lithium-Raffinerie in Guben, die den ersten geschlossenen Lithium-Kreislauf des Kontinents bildet. Hinzu kommt ein 500 Millionen Euro schweres BASF-Batteriewerk, das jährlich Kathodenmaterial für 400.000 Elektroautos produziert. Bis Februar 2026 sollen ehemalige Tagebaue wie Jänschwalde zu Seen und Standorten für erneuerbare Energien umgestaltet werden.

Trotz dieser Fortschritte warnte Merz, dass Energiemangel Deutschland zwingen könnte, die Laufzeit von Kohlekraftwerken zu verlängern. Die Bundesregierung hat LEAG bereits 1,75 Milliarden Euro als Ausgleich für den Kohleausstieg zugesichert. Doch Merz' Aussagen wecken Zweifel an der Verlässlichkeit des Zeitplans. Die Grünen reagierten mit einem Appell an Woidke, die bestehenden Vereinbarungen nicht anzutasten, und betonten die Notwendigkeit von Planungssicherheit – sowohl für die Beschäftigten im Wandel als auch für langfristige Investitionen.

LEAGs Transformation umfasst die Initiative "Net Zero Valley Lausitz", die sich über 800 Hektar in Brandenburg und Sachsen erstreckt. Standorte wie Lübbenau, Jänschwalde, Guben und Forst konzentrieren sich nun auf Wind- und Solarenergie. Mit Milliardeninvestitionen will das Unternehmen die Zukunft der Region über die Kohle hinaus sichern. Doch die politische Unsicherheit über den Ausstiegsfahrplan wirft Schatten auf diese Pläne.

Die Debatte um die Zukunft der Kohle offenbart das Spannungsfeld zwischen Energiesicherheit und Klimazielen. Zwar schreiten LEAGs Projekte für erneuerbare Energien in der Lausitz voran, doch Merz' Vorschlag, die Stilllegungen zu verzögern, könnte die geplanten Übergänge stören. Eine Verlängerung des Kohlebetriebs hätte Auswirkungen auf die wirtschaftliche Neuausrichtung der Region – und auf Deutschlands übergeordnete Klimaschutzziele.

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