La Scala erhöht Ticketpreise – Proteste der treuen "Loggionisti" folgen
Matteo KrauseLa Scala erhöht Ticketpreise – Proteste der treuen "Loggionisti" folgen
Preise für Karten im Mailänder Opernhaus La Scala steigen erstmals seit zehn Jahren
Die Ticketpreise im Mailänder Opernhaus Teatro alla Scala sind erstmals seit einem Jahrzehnt angehoben worden. Betroffen sind 36 Plätze in der zweiten Galerie, wobei einige Preise um über 30 Prozent gestiegen sind. Die Erhöhung hat Proteste unter treuen Fans ausgelöst, insbesondere bei den „Loggionisti“, den Stammgästen der oberen Ränge.
Die Preise waren seit 2014 unverändert geblieben. Die Theaterleitung begründete die Anpassung mit finanziellen Zwängen, darunter anstehende Tarifverhandlungen mit den Mitarbeitern und die Verlegung der Werkstätten. Trotz eines operativen Überschusses bleibt La Scala das teuerste Theater Europas – nur das Salzburger Festspiele übertreffen es noch bei den Kartenkosten.
Im Schnitt fällt die Preiserhöhung moderat aus: Ein Platz in der Galerie wird in der Spielzeit 2025–26 45,56 Euro kosten, im folgenden Jahr 46,94 Euro. Deutlich stärker steigen jedoch die Abo-Preise – von 800 auf 1.050 Euro. Intendant Fortunato Ortombina versicherte, dass unter seiner Führung keine weiteren Erhöhungen geplant seien.
Während der Premiere von Verdis Carmen kam es zu Protesten: Aus den oberen Rängen wurden Flugblätter gegen die Preiserhöhungen geworfen. Die Leitung wies die Empörung als übertrieben zurück und betonte, dass nur 36 von 531 Plätzen betroffen seien.
Die Anpassung betrifft lediglich einen kleinen Teil des Saals. Die Verwaltung besteht darauf, dass die Änderungen für die finanzielle Stabilität notwendig seien. Die Reaktion langjähriger Besucher zeigt jedoch die Spannung zwischen Tradition und steigenden Kosten.
