25 March 2026, 06:16

Lieferkettengesetz setzt SAP und ERP-Systeme unter Compliance-Druck

Altes deutsches Wertpapier mit weißem Hintergrund, das Text und Stempel enthält, die darauf hinweisen, dass es eine Verpflichtung ist.

Lieferkettengesetz setzt SAP und ERP-Systeme unter Compliance-Druck

Deutschlands Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz (LkSG) trat im Januar 2023 in Kraft und legt großen Unternehmen neue Verpflichtungen auf. Zunächst betrifft das Gesetz Firmen mit mehr als 3.000 Beschäftigten, doch ab nächsten Jahr sinkt die Schwelle auf 1.000 Mitarbeiter. Die Unternehmen stehen nun unter Druck, ihre Systeme – insbesondere ihre ERP-Software – an die Compliance-Anforderungen anzupassen.

Ein zentrales Erfordernis des LkSG ist die Einrichtung eines Risikomanagementsystems, das in die ERP-Prozesse integriert wird. Unternehmen müssen regelmäßig Risikoanalysen durchführen, um Verstöße innerhalb ihrer Lieferketten zu erkennen und zu minimieren. SAP, einer der führenden ERP-Anbieter, reagierte darauf, indem es seine Lösungen Ariba Supplier Risk und das SAP Business Network als Compliance-Instrumente bewirbt. Das Unternehmen betont jedoch, dass sein Modul Ariba Supplier Lifecycle and Performance nicht zwingend erforderlich ist, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

Wie Dana Rösiger, Sprecherin von SAP, bestätigte, können bestehende Kunden die LkSG-Berichtsfeatures über SAP Supplier Management ohne zusätzliche Kosten nutzen. Üblicherweise spielt das Unternehmen Updates für gesetzliche Änderungen über Support-Pakete oder neue Software-Releases ein. Doch dieser Ansatz stößt bei Anwendergruppen auf Kritik.

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Thomas Henzler, Vorstandsmitglied der deutschsprachigen SAP-Anwendervereinigung (DSAG), argumentiert, SAP solle die LkSG-Compliance-Tools – ähnlich wie einst bei der DSGVO mit SAP Information Lifecycle Management – in die Standardwartung integrieren. Er wirft dem Unternehmen vor, Kunden doppelt zur Kasse zu bitten: zunächst für die Kernsoftware, dann für zusätzliche Lösungen, um grundlegende gesetzliche Pflichten zu erfüllen. Die DSAG wirft SAP vor, sein Produkt Ariba Risk Management als Standardoption zu pushen, statt eine neutrale, integrierte Lösung anzubieten.

Da das LkSG schrittweise eingeführt wird, müssen sich bald noch mehr Unternehmen compliant aufstellen. SAP beharrt darauf, dass seine bestehenden Tools die Berichterstattung unterstützen können. Die Anwendergruppen fordern jedoch weiterhin eine einfachere, kostenfreie Integration. Die Debatte zeigt die grundsätzlichen Spannungen zwischen Softwareanbietern und Unternehmen, die sich an strengere Lieferkettenvorschriften anpassen müssen.

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