03 April 2026, 08:14

Mainz verzichtet auf Betonentfernung – und streichen lässt stattdessen die Stadt grün an

Altes Gebäude mit grüner Fassade an einer Straßenecke, umgeben von Straßenmasten, Straßenlaternen, Kraftfahrzeugen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Mainz verzichtet auf Betonentfernung – und streichen lässt stattdessen die Stadt grün an

Mainz gibt Pläne zur Begrünung durch Betonentfernung auf – und greift stattdessen zum Pinsel

Mainz hat seine ursprünglichen Pläne verworfen, die Stadt durch die Entfernung von Betonflächen grüner zu gestalten. Stattdessen werden nun im Rahmen eines 10-Millionen-Euro-Projekts Tausende Gebäude grün angestrichen. Der Schritt folgt auf jahrelange festgefahrene Diskussionen über die Ausweitung städtischer Grünflächen, bei denen bisher kaum konkrete Fortschritte erzielt wurden.

Die neue Initiative soll noch bis Ende des Jahres zentrale Bereiche von Mainz verwandeln. Gebäude rund um den Marktplatz, im Stadtteil Neustadt sowie am Staatstheater werden in verschiedenen Grüntönen neu gestrichen. Auch der Leichhof-Friedhof erhält ein "grünes" Makeover, während noch über eine Einbeziehung des Mainzer Doms in das Projekt verhandelt wird.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Zusätzlich zur Neugestaltung der Fassaden hat die Stadt beschlossen, dass künftig alle Bauvorhaben begrünte Fassaden aufweisen müssen. Die Uniformen der Polizei werden auf Grün umgestellt, und sogar der lokale Fußballverein, der 1. FSV Mainz 05, wird im Rahmen der Kampagne grüne Trikots tragen.

Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der andere deutsche Städte wie Düsseldorf und Köln ganz andere Wege einschlagen. Düsseldorf nutzt seit 2016 EU-Fördergelder aus dem DAFIB-Programm, um die Begrünung von Dächern, Fassaden und Innenhöfen zu unterstützen. Kölns Initiative "GRÜN hoch 3" übernimmt bis zu 50 Prozent der Kosten für die Entsiegelung von Flächen und die Anlage von Grünflächen. Beide Städte profitieren dabei von EU-Zuschüssen, die gewährt werden, wenn mindestens 35 Prozent der Innenstadtflächen begrünt sind.

Der Strategiewechsel in Mainz erfolgt nach Kritik an jüngsten Umgestaltungen, etwa des Universitätsvorplatzes und des Zollhafens, die nun kahl und unwirtlich wirken. Trotz jahrelanger Debatten ist es der Stadt nicht gelungen, tatsächlich mehr Grünflächen zu schaffen – stattdessen setzt man nun auf die optische Lösung des Anstreichens.

Das 10-Millionen-Euro-Projekt soll bis Jahresende in ganz Mainz umgesetzt werden. Zwar wird die Stadt damit die EU-Vorgabe von 35 Prozent Begrünung für Fördermittel nicht erfüllen, doch der einheitliche grüne Anstrich soll ein geschlossenes Stadtbild schaffen. Ob und wann es konkrete Pläne für den Ausbau physischer Grünflächen geben wird, haben die Verantwortlichen noch nicht bekannt gegeben.

Quelle