30 March 2026, 10:17

Massive Proteste in Bonn und Köln gegen sexualisierte Gewalt an Frauen

Eine große Gruppe von Menschen bei einer Protestdemo in Washington, D.C. am 21. Januar 2020, die eine Straße mit Plakaten, Schildern und Fahrrädern entlanggehen, vor einer Gebäudefassade, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Massive Proteste in Bonn und Köln gegen sexualisierte Gewalt an Frauen

Hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten füllten am Sonntag den Bonner Marktplatz, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Kundgebung folgte einem größeren Marsch in Köln am Vortag, an dem trotz Kälte und Regen über 5.000 Menschen teilnahmen, um mehr Schutz für Frauen zu fordern. Beide Veranstaltungen spiegeln die wachsende öffentliche Empörung über Gewalt gegen Frauen in der Region wider.

Die Bonner Protestaktion fand vor dem alten Rathaus statt, wobei die Veranstalter die Teilnehmerzahl auf über 500 schätzten. Ein Bündnis aus Stadtratsparteien – Grünen, CDU, SPD und Volt – führte die Demonstration an. Viele hielten Schilder hoch, darunter eines mit der Aufschrift "Girls just wanna be safe", während Redner Männer aufforderten, sich mit frauenfeindlichen Einstellungen auseinanderzusetzen, die Gewalt befördern.

Die Kundgebung erfolgte einen Tag nach dem großen Marsch in Köln, bei dem die Menge trotz starkem Regen Parolen skandierte und Transparente trug. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für strengere Gesetze einzusetzen. Seine Äußerungen spiegeln die allgemeine Unzufriedenheit mit der politischen Reaktion auf Gewalt gegen Frauen wider.

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Die öffentliche Empörung hat sich seit den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, weiter zugespitzt. Fernandes wirft Ulmen vor, gefälschte Online-Profile erstellt zu haben, um pornografische Inhalte zu verbreiten. Der Fall, den Der Spiegel 2024 aufdeckte, löste eine bundesweite Debatte aus. Kanzler Merz räumte später in einer Regierungssitzung eine "explodierende Gewalt" sowohl im physischen als auch im digitalen Raum ein. Justizministerin Stefanie Hubig arbeitet nun an Reformen, darunter ein Gesetzesentwurf zur Kriminalisierung sexualisierter Deepfakes und die Einführung elektronischer Überwachung für gewalttätige Ex-Partner.

Die Proteste in Bonn und Köln zeigen, wie tief das Thema sexualisierte Gewalt im Rheinland verankert ist. Veranstalter und Teilnehmer fordern rechtliche Änderungen und gesellschaftliche Umdenken, um das Problem zu bekämpfen. Bundesweite Reformen sind zwar in Arbeit, doch konkrete lokale Maßnahmen wurden bisher nicht angekündigt.

Quelle