Medikamentenmangel 2025: Warum deutsche Apotheken weiter um Antibiotika und Psychopharmaka kämpfen
Matteo KrauseMedikamentenmangel 2025: Warum deutsche Apotheken weiter um Antibiotika und Psychopharmaka kämpfen
Arzneimittelknappheit bleibt 2025 ein ernstes Problem für deutsche Apotheken
Im Jahr 2025 halten die Lieferengpässe bei Medikamenten deutsche Apotheken weiterhin in Atem. Über 1.500 Meldungen zu Versorgungsproblemen wurden registriert, die mehr als 1.000 verschiedene Arzneimittel betreffen. Besonders kritisch ist die Lage bei wichtigen Therapien, darunter Antibiotika, Antidepressiva und Antipsychotika.
Die aktuellen Zahlen zeigen 1.514 Meldungen zu Lieferengpässen bei 1.041 unterschiedlichen Produkten. Allein bei Antibiotika gibt es 85 Meldungen, die sich auf 78 verschiedene Pharmazentralnummern (PZN) verteilen – jeder Engpass dauert im Schnitt 122 Tage. Noch dramatischer ist die Situation bei Psychopharmaka: Antidepressiva verzeichnen 130 Meldungen (126 PZN), während Antipsychotika mit 173 Meldungen (151 PZN) und durchschnittlich 230 Tagen Unterbrechung an der Spitze liegen.
Auch andere lebenswichtige Medikamente sind betroffen. Lipidsenker sind von 89 Meldungen (80 PZN) betroffen, mit Engpässen von etwa 156 Tagen Dauer. Bei Salbutamol und Antiepileptika halten die Versorgungslücken ebenfalls an.
Das 2023 verabschiedete Lieferkettenstärkungsgesetz, das die Arzneimittelversorgung stabilisieren sollte, hat bisher keine nachhaltige Besserung gebracht. Deutschlands Abhängigkeit von der globalen Produktion – insbesondere in Asien – macht das Land anfällig für Störungen im Ausland. Als Reaktion schlagen Behörden ein Frühwarnsystem vor, das deutsche Lieferanten über größere Produktionsausfälle im Ausland informieren soll.
Die Knappheit bei Psychopharmaka hat im Vergleich zu 2023 weiter zugenommen. Aktualisierte Listen der betroffenen Medikamente sind auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einsehbar.
Die anhaltenden Engpässe bedeuten für Patienten und Apotheker weiterhin Verzögerungen und Unsicherheiten beim Zugang zu lebensnotwendigen Therapien. Da keine schnelle Lösung in Sicht ist, geraten die Behörden unter Druck, die Überwachung zu verschärfen und die Abhängigkeit von instabilen internationalen Lieferwegen zu verringern. Das geplante Frühwarnsystem soll den Beteiligten mehr Zeit geben, um zu reagieren, bevor die Knappheit die deutschen Apothekenregale erreicht.






