04 April 2026, 00:41

Narren stürmen Ulms Rathaus – bis Fasching 2026 regieren die Jecken

Ein Mann in einem Kostüm steht auf einem dekorierten, beleuchteten Festwagen in einem Stadtumzug, mit einem Gebäude mit Fenstern und Geländern im Hintergrund.

Narren stürmen Ulms Rathaus – bis Fasching 2026 regieren die Jecken

Ulms Rathaus ist in Narrenhand gefallen – zumindest bis zum Fasching 2026. Verkleidet als "Super Martin" und Prinzessin Peach leisteten Oberbürgermeister Martin Ansbacher und Neu-Ulms Bürgermeisterin Katrin Albsteiger symbolischen Widerstand, bevor sie sich den Karnevalsjecken geschlagen gaben. Die Übernahme läutet die "fünfte Jahreszeit" ein, eine lange Tradition im Südwesten Deutschlands.

Der Kampf um das Rathaus begann mit kostümierten Kommunalpolitikern. Ansbacher und Albsteiger stellten sich den Narren in Limbo-Wettkämpfen, bildeten Menschenpyramiden und beantworteten knifflige Fragen. Trotz ihres Einsatzes übergaben sie schließlich gutgelaunt die Schlüssel.

Das Spektakel ist Teil der Fasnacht, einer Nachkriegstradition mit älteren Wurzeln. Nach dem Zweiten Weltkrieg verbreiteten sich Straßen- und Saalfastnacht in Ulm, ähnlich wie in Nachbarstädten wie Leutkirch. Dort organisierten sich Gruppen wie die Stadthexen und Katzen 1956 unter dem Narrenzunft Nibelgau. Mit der Zeit entwickelten sich die Masken von einfachen Gipsabgüssen zu geschnitzten Holzarbeiten, während die Kostüme immer prächtiger wurden.

Ähnliche "Sturmaktionen" finden in der gesamten Region statt. In Oberschwaben, am Bodensee und in Villingen übernehmen Narren für kurze Zeit die Macht in öffentlichen Gebäuden. Diese Bräuche gehen auf vorchristliche Winterrituale und mittelalterliche Traditionen wie den Weiberfastnacht zurück, bei denen Rollen getauscht und Autoritäten spielerisch herausgefordert werden.

Die Ulmer Stadtverwaltung gab sich dem Treiben hin. Offizielle Regeln wurden außer Kraft gesetzt, und die Narren haben bis zum Ende der Karnevalszeit freie Hand.

Bis zum Faschingsdienstag bleibt das Rathaus in Narrenhand. Die Kommunalpolitiker beteiligten sich an den Feierlichkeiten und unterstrichen damit den Stellenwert der Tradition in der lokalen Kultur. Fürs Erste gehören die Schlüssel – und die Macht – den Jecken.

AKTUALISIERUNG

Preview: The Ulmer Rathaussturm – A Tradition Revisited

The event was previewed on February 12, highlighting its longstanding tradition and the anticipation around the Rathaus takeover. Promotional material emphasized the significance of the Glombiger Donnerstag as a key moment in Ulm's Fasnet celebrations, with questions lingering about the Narren's success. This context adds depth to the post-event report, underscoring the ritual's enduring cultural role.