Netze BW testet intelligentes Laden für E-Lkw-Flotten im Pilotprojekt FlexCharge BW
Matteo KrauseNetze BW testet intelligentes Laden für E-Lkw-Flotten im Pilotprojekt FlexCharge BW
Netze BW startet Innovationsprojekt zur Integration von E-Lkw-Flotten ins Stromnetz
Unter dem Namen FlexCharge BW – NETZlabor E-Lkw hat Netze BW ein neues Pilotprojekt gestartet, das die Einbindung von Elektro-Lkw-Flotten in das regionale Stromnetz erprobt. Zusammen mit zwei Logistikunternehmen wird getestet, wie großflächiges Laden an die Netzbedingungen angepasst werden kann. Ziel ist es, Netzanschlüsse zu beschleunigen und die bestehende Kapazität besser auszunutzen, noch bevor größere Ausbaumaßnahmen abgeschlossen sind.
Am Projekt beteiligen sich neben Netze BW die baden-württembergischen Logistikfirmen Stickel Transport und Logistik Schmitt. Gemeinsam betreiben die Partner 50 batteriebetriebene Lkw, für die 20 Schnellladestationen eingerichtet wurden. Die Tests laufen bis Dezember 2026 und konzentrieren sich darauf, Echtzeit-Netzdaten zu nutzen, um Ladevorgänge dynamisch anzupassen.
Stickel Transport kombiniert netzreaktives Laden mit flexiblen Stromtarifen und setzt derzeit zehn E-Lkw ein. Logistik Schmitt hingegen koordiniert das Laden über mehrere Standorte hinweg, um die Nachfrage auszugleichen. Beide Unternehmen sehen in der Zusammenarbeit eine Möglichkeit, ihre Verhandlungsposition gegenüber Netzbetreibern zu stärken.
Neben den praktischen Tests analysiert das Projekt, wie Logistik- und Energiesysteme zusammenwirken. Simulationen sollen zeigen, ob die Erkenntnisse auf andere Regionen übertragbar sind. Martin Konermann, Technischer Geschäftsführer von Netze BW, betonte, dass netzreaktives Laden kurzfristig zusätzliche Kapazitäten freisetzen könne – eine Entlastung für die Infrastruktur, während Ausbauarbeiten laufen. Zudem wird erprobt, wie sich Netzanschlüsse für Großverbraucher beschleunigen lassen.
Die Ergebnisse sollen konkrete Handlungsempfehlungen liefern, wie große E-Flotten betrieben werden können, ohne lokale Netze zu überlasten. Bis Dezember 2026 erwartet das Projekt datengestützte Leitlinien für Logistikunternehmen und Netzbetreiber. Der Ansatz könnte den Übergang zur emissionsfreien Lkw-Flotte erleichtern, während die Infrastruktur nachzieht.






