24 May 2026, 16:22

Niedersachsen erschließt geothermisches Potenzial mit neuen Karten für Tiefbohrungen

Diese Regionen eignen sich gut für geothermische Projekte

Niedersachsen erschließt geothermisches Potenzial mit neuen Karten für Tiefbohrungen

Neue Kartenserie erschließt tiefengeothermisches Potenzial in Niedersachsen

Der Niedersächsische Geothermiedienst (NGD) hat eine neue Kartenserie veröffentlicht, die Kommunen, Planern und Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Bohrlokationen für tiefe Geothermie unterstützen soll. Die Nachfrage nach dieser erneuerbaren Energiequelle steigt in der Region rasant an.

Im Fokus der Karten stehen uralte Gesteinsschichten der Exter-Formation aus der Keuper-Zeit, die vor über 200 Millionen Jahren entstanden. Diese Schichten liegen in Tiefen von bis zu 2.600 Metern und können Temperaturen von über 100 Grad Celsius erreichen – ideale Voraussetzungen, um Thermalwasser durch Tiefbohrungen zu fördern.

Die Datengrundlage bilden mehr als 1.100 Tiefbohrungen in ganz Niedersachsen, die ursprünglich vor allem für die Erkundung und Förderung von Kohlenwasserstoffen niedergebracht wurden. Tiefengeothermische Systeme erfordern in der Regel Bohrungen von über 400 Metern Tiefe; die meisten deutschen Geothermiebohrungen reichen zwischen 2.000 und 3.500 Meter hinab.

Die Technologie funktioniert, indem heißes Wasser aus Sandsteinschichten gefördert, die Wärme an der Oberfläche genutzt und in Fernwärmenetze oder an industrielle Abnehmer verteilt wird. Trotz des großen Potenzials haben hohe Bohrkosten und Erkundungsrisiken bisher eine flächendeckende Nutzung in Norddeutschland gebremst. Die frei zugänglichen Karten sollen diese Unsicherheiten verringern, indem sie besonders vielversprechende Standorte ausweisen.

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Tiefe Geothermie wird eine Schlüsselrolle bei der Energiewende in Niedersachsen spielen. Kommunen, Versorgungsunternehmen und energieintensive Betriebe zeigen zunehmend Interesse an der Technologie. Weitere Informationen zu Geothermie-Projekten sind auf der Website des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) abrufbar.

Die neue Kartenserie bietet eine praxisnahe Hilfestellung bei der Identifizierung geeigneter Geothermiestandorte. Durch die Reduzierung von Erkundungsrisiken könnte sie die Entwicklung von Tiefengeothermie-Projekten in der Region beschleunigen – ein wichtiger Schritt hin zu nachhaltigen Wärmelösungen in Niedersachsen.

Quelle