28 June 2026, 18:15

NRW-Wähler sorgen sich mehr um Verkehr als um Migration – und die Politik verliert Vertrauen

Infratest: Bedeutende Verluste für die CDU in NRW - AfD auf Rekordhoch

NRW-Wähler sorgen sich mehr um Verkehr als um Migration – und die Politik verliert Vertrauen

Wählerprioritäten in Nordrhein-Westfalen haben sich deutlich verschoben. Themen wie Infrastruktur, öffentlicher Nahverkehr und Verkehrsprobleme stehen nun ganz oben auf der Sorgenliste der Bürger – und haben Migration als drängendstes Problem abgelöst. Für 31 Prozent der Einwohner ist dies mittlerweile die größte Herausforderung. Gleichzeitig verändert sich die politische Landschaft des Landes: Während die großen Parteien an Zuspruch verlieren, legen andere zu.

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Die Unzufriedenheit mit der Landesregierung ist seit Februar gewachsen. Nur noch 42 Prozent bewerten ihre Arbeit positiv, 53 Prozent zeigen sich unzufrieden. Die CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst verliert in der Wählergunst drei Prozentpunkte und kommt nun auf 32 Prozent. Auch die SPD unter Jochen Ott büßt drei Punkte ein und fällt auf 17 Prozent – nahe an ihrem bisherigen Tiefststand.

Verkehrschaos und Brückensperrungen belasten den Alltag: Jeder vierte Bürger ist unter der Woche stark von diesen Problemen betroffen. Gleichzeitig wachsen die wirtschaftlichen Sorgen: Nur noch 22 Prozent beurteilen die Lage der Landeswirtschaft als gut oder sehr gut – ein Rückgang um neun Punkte im Vergleich zum Vorjahr. 16 Prozent der Erwerbstätigen fürchten mittlerweile um ihren Arbeitsplatz, sechs Punkte mehr als 2023.

Die Grünen legen zwei Punkte zu und erreichen 15 Prozent, während die rechtspopulistische AfD mit 17 Prozent einen neuen Höchststand verzeichnet. Beide Parteien liegen nun gleichauf als zweitstärkste Kräfte im Land. Die FDP überspringt mit einem Plus von einem Punkt erstmals seit April 2024 die Fünf-Prozent-Hürde, die Linke bleibt stabil bei sechs Prozent.

Bürokratieabbau? Kaum spürbar: Nur sechs Prozent der Bürger glauben, dass Deutschland hier Fortschritte gemacht hat. 49 Prozent halten die Bemühungen für unzureichend, 40 Prozent sehen gar keine Veränderung. Die steigenden Preise zwingen zudem jeden vierten Einwohner, Reisepläne zu überdenken – viele entscheiden sich für günstigere Alternativen oder sagen Reisen ganz ab.

Die Verschiebung der Wählerprioritäten und die veränderten Machtverhältnisse spiegeln eine wachsende Verunsicherung in Nordrhein-Westfalen wider. Verkehrs- und Infrastrukturprobleme dominieren die öffentliche Debatte, während wirtschaftliche Ängste und politische Unzufriedenheit weiter zunehmen. CDU und SPD verlieren an Rückhalt, während andere Parteien in den Umfragen zulegen.

Quelle