Ölpreise auf Rekordhoch: Thyssenkrupp kämpft um Wettbewerbsfähigkeit und Aktienkurs stürzt ab
Matteo KrauseÖlpreise auf Rekordhoch: Thyssenkrupp kämpft um Wettbewerbsfähigkeit und Aktienkurs stürzt ab
Die Ölpreise sind auf neue Rekordstände gestiegen: Die Nordsee-Sorte Brent kostet mittlerweile rund 113 US-Dollar pro Barrel, während der OPEC-Ölpreis bei 143 Dollar liegt. Der starke Anstieg setzt sowohl die Wirtschaft als auch die Regierungen unter Druck und zwingt Politiker wie Unternehmen zu raschem Handeln.
Besonders hart trifft der Ölprieschub die Industrie. Thyssenkrupp, einer der größten deutschen Industriekonzerne, kämpft mit stark gestiegenen Produktionskosten. Allein im letzten Monat sind die Aktien des Unternehmens um etwa 31 Prozent eingebrochen. Mit einem Kurs von 7,46 Euro markiert das Papier ein 52-Wochen-Tief – fast 44 Prozent unter dem Höchststand von 13,24 Euro im Oktober.
Auch die französischen Standorte des Konzerns drosseln die Produktion. Billigimporte erschweren die Wettbewerbsfähigkeit und zwingen zu weiteren Einschnitten. Analysten warnen, dass die Aktie weiterhin unter massivem Druck stehe – ein Spiegel der tieferen Wirtschaftskrise.
Als Reaktion auf den Energieschock hat Bundeskanzler Friedrich Merz Zweifel am gesetzlich festgelegten Kohleausstieg bis 2038 geäußert. Gleichzeitig arbeitet die Bundesregierung an einem "Entlastungspaket für Spritpreise" und plant die Freigabe staatlicher Ölreserven, um Verbraucher und Unternehmen zu entlasten.
Doch während die Regierung mit Notfallmaßnahmen die Treibstoffpreise stabilisieren will, bleibt die Industrie weiter belastet. Angesichts der seit Jahren nicht mehr erreichten Ölpreise zeichnet sich für die kommenden Monate eine weitere wirtschaftliche Belastungsprobe ab. Der Aktienkurs von Thyssenkrupp gibt unter den steigenden Energiepreisen weiter nach.






