23 March 2026, 16:17

Pharmabranche am Scheideweg: Droht das Ende der lokalen Apotheken?

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Pharmabranche am Scheideweg: Droht das Ende der lokalen Apotheken?

Deutschlands Pharmasektor steht an einem Scheideweg – das warnt die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) in einer deutlichen Stellungnahme. Matthias Schellenberg, Vorstandsvorsitzender der Bank, betont, dass politische Weichenstellungen darüber entscheiden werden, ob lokale Apotheken weiterhin eine zentrale Rolle im Gesundheitssystem spielen – oder ob Marktkräfte die Branche grundlegend umgestalten. Seine Worte spiegeln die wachsenden Spannungen wider, während Online-Apotheken rasant expandieren und die Arzneimittelversorgung der Patienten verändern.

In den vergangenen fünf Jahren verzeichneten Online-Apotheken durch digitale Vertriebskanäle ein kräftiges Umsatzwachstum. Gleichzeitig verloren traditionelle Drogerieketten im Markt für rezeptfreie Medikamente (OTC) an Boden. Verbraucher greifen zunehmend zu natürlichen Alternativen und Online-Käufen, was stationäre Händler durch Preisdruck unter Druck setzt.

Schellenberg unterstrich, dass Arzneimittel nicht wie gewöhnliche Konsumgüter behandelt werden dürfen. Er warnte vor einer zunehmenden Kommerzialisierung des Pharmamarktes und forderte, dass fachliche Expertise und Sicherheit Vorrang haben müssen. Besonders besorgniserregend sei der wachsende Einfluss von Versandapotheken und ausländischen Online-Anbietern, die die Stabilität des flächendeckenden Apothekennetzes in Deutschland gefährdeten.

Der Apobank-Chef rief die Politik auf, die Warnungen der Apotheker ernst zu nehmen. Ohne verlässliche Unterstützung drohe das Land, die fachkundige Beratung zu Medikamenten und die sichere Arzneimittelversorgung zu untergraben. Die zentrale Frage sei, so Schellenberg, ob Apotheken als unverzichtbare Gesundheitsinfrastruktur anerkannt werden – oder den Launen eines unregulierten Marktes überlassen bleiben.

Seine Mahnungen fallen in eine Phase, in der Online-Apotheken einen immer größeren Anteil des Arzneimittelmarktes dominieren. Ihre flexiblen Strategien stehen im Kontrast zu den Schwierigkeiten traditioneller Händler, die durch veränderte Kaufgewohnheiten und Preiskämpfe in die Enge getrieben werden. Die Zukunft des deutschen Pharmasystems, so Schellenberg, hänge von den heutigen Entscheidungen ab.

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