Pyrotechnik im Fußball: Warum das Verbot in Stadien weiterhin scheitert
Nina BrandtPyrotechnik im Fußball: Warum das Verbot in Stadien weiterhin scheitert
Die Frage nach Pyrotechnik in Fußballstadien bleibt auch nach einem jüngsten Treffen deutscher Verantwortlicher ungelöst. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul kritisierte den Schiedsrichter, weil dieser das DFB-Pokalfinale im Mai trotz Fackelvorfällen nicht unterbrochen hatte. Zudem äußerte er Frust über die zögerlichen Fortschritte bei der Bekämpfung von Fußballgewalt.
Reul argumentierte, die Vereine unternähmen zu wenig, um zu verhindern, dass Pyrotechnik in die Stadien gelangt. Er forderte strengere Kontrollen, darunter Durchsuchungen in den Ultra-Blöcken und eine verstärkte Videoüberwachung, um zu verhindern, dass Gegenstände über Zäune geworfen werden.
Die Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ hat zwar über Sanktionen beraten, konnte bisher aber keinen konkreten Plan zur Durchsetzung des Pyrotechnik-Verbots vorlegen. Bisherige Geldstrafen zeigten kaum Wirkung, und Tests mit Pyrotechnik-Detektoren brachten keine zufriedenstellenden Ergebnisse.
Trotz der Vorfälle beim DFB-Pokalfinale beschloss die Innenministerkonferenz vorerst auf neue Maßnahmen zu verzichten. Das Thema soll stattdessen auf der Herbstkonferenz erneut aufgegriffen werden, da die Verantwortlichen einräumen, dass es keine einfache Lösung gibt und das Problem nicht allein von einer Seite zu bewältigen ist.
Pyrotechnik bleibt ein zentrales Sicherheitsrisiko in Fußballstadien. Die Innenministerkonferenz wird weitere Schritte bis später in diesem Jahr zurückstellen. Bis dahin gelten die bestehenden Sanktionen und Kontrollen ohne zusätzliche Änderungen.






