Rheinmetall verkauft zivile Power-Systems-Sparte für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Matteo KrauseRheinmetall verkauft zivile Power-Systems-Sparte für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Rheinmetall verkauft zivile Power-Systems-Sparte für vorläufig 350 Millionen Euro an AEQUITA
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat sich mit dem Finanzinvestor AEQUITA auf den Verkauf seiner zivilen Power-Systems-Sparte für vorläufig 350 Millionen Euro geeinigt. Der Deal markiert einen weiteren Schritt in der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens hin zur Produktion von Militärtechnik. Konzernchef Armin Papperger bezeichnete die Transaktion als „historischen Meilenstein“ für das Unternehmen.
Die Sparte, zu der die Marken Pierburg, Kolbenschmidt und Motorservice gehören, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro. Seit Ende 2025 wird sie als „eingestellter Geschäftsbereich“ geführt. Unter der neuen Eigentümerschaft von AEQUITA sollen die traditionsreichen Markennamen beibehalten werden.
Nicht Teil des Verkaufs sind drei deutsche Standorte des Joint Ventures KS Huayu AluTech, die weiterhin zu Rheinmetall gehören und als Gemeinschaftsunternehmen fortgeführt werden. Das spanische Werk von Pierburg S.A. in Abadiano wird hingegen als „Hybrid-Standort“ weiterbetrieben: Dort sollen vorerst sowohl zivile als auch militärische Produkte gefertigt werden, bevor die Produktion vollständig auf Rüstungsgüter umgestellt wird.
Die Tochtergesellschaft Dermalog SensorTec verbleibt dauerhaft bei Rheinmetall und wird in die Sparte Waffen und Munition integriert. AEQUITA bestätigte zudem, alle 6.250 Mitarbeiter der übernommenen Bereiche zu übernehmen.
Der Verkauf folgt auf frühere Desinvestitionen Rheinmetalls, darunter die Veräußerung der Groß- und Kleinbohrkolben-Sparten in den Jahren 2023 und 2024. Die endgültige Abwicklung des aktuellen Deals wird für das vierte Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich der noch ausstehenden behördlichen Genehmigungen.
Mit der Transaktion unterstreicht Rheinmetall seine Konzentration auf den Rüstungssektor. Während die Power-Systems-Sparte unter AEQUITA weitergeführt wird, behält das Unternehmen zentrale verteidigungsrelevante Assets. Die letzte Hürde vor dem Abschluss des Geschäfts Ende 2026 bleibt die kartellrechtliche Freigabe.






