17 June 2026, 19:32

SPD Baden-Württemberg wählt nach Wahldebakel neue Doppelspitze

Etwa fünf Prozent mehr, aber zwei Stühle

SPD Baden-Württemberg wählt nach Wahldebakel neue Doppelspitze

Die SPD in Baden-Württemberg hat nach einer historischen Wahlniederlage eine neue Führung gewählt. Isabel Cadematori und Robin Mesarosch sicherten sich in einer Mitgliederbefragung eine absolute Mehrheit von 56,5 Prozent. Ihre Wahl folgt auf das schlechteste Ergebnis der Partei bei der Landtagswahl im März, als sie nur 5,5 Prozent der Stimmen erhielt.

An der Mitgliederabstimmung beteiligten sich 46,5 Prozent der rund 30.000 SPD-Mitglieder im Land. Dorothea Klische-Behnke erhielt 24,5 Prozent der Stimmen, Carsten Lotz kam auf 19,7 Prozent. Das Ergebnis bedeutet, dass Cadematori und Mesarosch die Partei künftig gemeinsam führen werden.

Ein Parteitag in Ulm muss das Votum an diesem Wochenende noch formal bestätigen. Die künftigen Doppelspitzen kandidaten wollen die Kommunikation straffen und Wahlkämpfe künftig besser koordinieren. Zudem kündigten sie an, soziale Ungleichheit und Klimaschutz zu ihren zentralen Schwerpunkten zu machen.

Robin Mesarosch hatte zuvor die Wahl von Sascha Binder zum Fraktionsvorsitzenden nach der Niederlage kritisiert. Nun müssen Cadematori, Mesarosch und Binder gemeinsam daran arbeiten, die Partei aus der Krise zu führen.

Die neue Doppelspitze markiert einen Wendepunkt für die SPD in Baden-Württemberg. Die Partei hofft, mit den Veränderungen ihre jüngsten Rückschläge zu überwinden und wieder an Unterstützung zu gewinnen. Die formelle Bestätigung der neuen Führung wird auf dem anstehenden Parteitag in Ulm erwartet.

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