21 March 2026, 04:17

SPD-Politikerin Rasha Nasr diskutiert mit Dresdner Apothekern über umstrittene Reformpläne

Plakat mit der Überschrift "Senkung der Arzneimittelkosten unter der Biden-Harris-Regierung" mit einem Logo, wahrscheinlich zur Informationsverbreitung über die Senkung der Arzneimittelkosten.

SPD-Politikerin Rasha Nasr diskutiert mit Dresdner Apothekern über umstrittene Reformpläne

Ein Besuch der SPD-Abgeordneten Rasha Nasr in einer Dresdner Apotheke hat die wachsenden Bedenken gegenüber den geplanten Apothekenreformen in Deutschland in den Fokus gerückt. Die vorgeschlagenen Änderungen, die derzeit im Bundestag diskutiert werden, stoßen bei Apothekeninhabern auf Kritik, die vor Risiken für die Patientenversorgung und die Servicequalität warnen.

Nasr, die bisher keine Erfahrung in der Gesundheitspolitik hat, besuchte die Knut-Apotheke in Dresden, um sich ein besseres Bild von den täglichen Herausforderungen zu machen, mit denen Apotheker konfrontiert sind. Während ihres Besuchs tauschte sie sich mit dem Apothekeninhaber Michael Gäbe über das geplante Apotheken-Vergütungs- und Dienstleistungsreformgesetz (ApoVWG) aus. Gäbe betonte, dass das aktuelle Vergütungsmodell überarbeitet werden müsse, um sicherzustellen, dass Apotheken hohe Versorgungsstandards aufrechterhalten können.

Apotheken spielen eine zentrale Rolle als erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem. Sie bieten essenzielle Leistungen wie Medikamenten-Checks und erweiterte pharmazeutische Betreuung an, helfen, gefährliche Wechselwirkungen zu vermeiden, und entlasten damit Ärzte und Krankenhäuser. Gäbe argumentierte jedoch, dass eine Ausweitung der Aufgaben von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) – statt von Apothekern – den Personalmangel nicht lösen, sondern die Servicequalität sogar verschlechtern könnte.

Vertreter von Verbänden wie der Freien Apothekerschaft haben in den Bundesgesprächen konkrete Forderungen vorgebracht. Dazu gehören die Ablehnung der Idee, dass PTA Apotheken vertreten dürfen, die verpflichtende physische Anwesenheit von Apothekern sowie die Beschränkung von Null-Retaxationen auf absolute Ausnahmefälle. Nasr hörte sich diese Bedenken aufmerksam an und versprach, sie vor der für den 4. und 5. März 2026 anberaumten öffentlichen Anhörung in Berlin vorzutragen.

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Gäbe unterstrich zudem, dass die finanzielle Absicherung der Apotheken und eine Stärkung der fachlichen Verantwortung der Apotheker entscheidende Schritte seien, um dem sogenannten Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Ohne diese Änderungen, warnte er, könnten die Reformen die Fähigkeit des Sektors untergraben, eine zuverlässige Versorgung zu gewährleisten.

Der Besuch machte die Kluft zwischen den Bundesreformplänen und der Realität vor Ort deutlich. Nasrs Zusage, die Anliegen der Apotheker nach Berlin zu tragen, ist ein erster Schritt, um ihre Forderungen Gehör zu verschaffen. Das Ergebnis der bevorstehenden Bundestagsanhörung wird zeigen, ob die Reformen den Bedürfnissen derer gerecht werden, die an vorderster Front im Gesundheitswesen arbeiten.

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