Strengere Radverkehrsregeln seit März 2026 in zehn Bundesländern aktiv
Matteo KrauseStrengere Radverkehrsregeln seit März 2026 in zehn Bundesländern aktiv
Neue Verkehrsregeln für Radfahrer gelten seit März 2026 in zehn Bundesländern
Seit März 2026 sind in zehn deutschen Bundesländern verschärfte Verkehrsregeln für Radfahrer in Kraft getreten. Diese gehen über die bundesweite Straßenverkehrsordnung (StVO) hinaus und führen strengere Sicherheitsvorschriften sowie höhere Bußgelder ein. Die Behörden setzen nun unter anderem Mindestüberholabstände, Helmpflichten für Kinder und Fahrverbote auf bestimmten Gehwegen durch.
Die aktualisierten Bestimmungen variieren je nach Bundesland, beinhalten aber zentrale Änderungen: In Nordrhein-Westfalen müssen Autofahrer beim Überholen von Radfahrern bei Tempi bis 50 km/h mindestens 1,5 Meter Abstand halten. Bayern hat Erwachsenen das Radfahren auf Gehwegen untersagt, während in Sachsen nun Kinder unter zwölf Jahren einen Helm tragen müssen. Auch die Bußgelder wurden angehoben – wer Ampeln missachtet, zahlt nun 55 bis 100 Euro, bei Handybenutzung während der Fahrt sind es 25 bis 35 Euro.
Radfahrer müssen sich in Tempo-30-Zonen und Fußgängerbereichen an die gleichen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten wie Autofahrer. Allerdings gestaltet sich die Ahndung von Tempoversöchßen schwierig, da die meisten Fahrräder kein Kennzeichen tragen. Die Polizei konzentriert sich stattdessen auf sichtbarere Verstöße wie Falschfahren oder das Überfahren roter Ampeln. Rasen kommt bei Radfahrern aufgrund der geringeren Durchschnittsgeschwindigkeiten zwar seltener vor, kann aber die Reaktionszeit verkürzen und das Unfallrisiko erhöhen.
Die neuen Regeln betreffen auch das Fahrverhalten in Gruppen: Radfahrer dürfen zwar zu zweit nebeneinander fahren, müssen aber auf engen Straßen oder bei starkem Verkehr hintereinander wechseln, um Behinderungen zu vermeiden. Schnellere E-Bikes (S-Pedelecs), die über 25 km/h erreichen, müssen nun zugelassen werden und werden damit stärker an die Vorschriften für Mofas angeglichen.
Mit den verschärften Regelungen in den zehn Bundesländern soll die Sicherheit für Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer verbessert werden. Größere Überholabstände, Helmpflichten und höhere Strafen zielen auf typische Gefahrenquellen ab. Zwar bleibt die Kontrolle von Tempoversöchßen begrenzt, doch der Fokus auf sichtbare Verstöße und die Kennzeichenpflicht für schnelle E-Bikes unterstreichen den Trend zu einer klareren Verkehrsdisziplin.






