Stuttgart 21: Neue Verzögerungen und Milliardenkosten erschüttern Bahnprojekt
Matteo KrauseStuttgart 21: Neue Verzögerungen und Milliardenkosten erschüttern Bahnprojekt
Stuttgart 21: Bahnprojekt plagten weitere Verzögerungen und explodierende Kosten – Politik fordert Klarheit
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 steuert auf neue Verzögerungen und dramatisch steigende Kosten zu – und sorgt damit bei Verantwortlichen für wachsende Besorgnis. Ursprünglich mit einem Budget von 4,5 Milliarden Euro veranschlagt, belaufen sich die geschätzten Ausgaben für den Umbau des Stuttgarter Eisenbahnknotens mittlerweile auf 11,3 Milliarden Euro. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hat von der Deutschen Bahn eine klare Aussage gefordert, wann – oder ob – das problembehaftete Großprojekt überhaupt fertiggestellt wird.
Die Bauarbeiten für Stuttgart 21 begannen 2010, die Inbetriebnahme war zunächst für 2019 geplant. Das Vorhaben umfasst neue Bahnhöfe, Gleise, Tunnel und Brücken sowie die vollständige Digitalisierung des Stuttgarter Knotens mit dem Europäischen Zugleit- und -sicherungssystem (ETCS). Doch anhaltende Rückschläge haben den Zeitplan immer wieder durcheinandergebracht.
Die jüngste Verzögerung geht auf Schwierigkeiten bei der Digitalisierung der Infrastruktur zurück. Medienberichten zufolge wird der neue Durchgangsbahnhof frühestens Ende 2031 eröffnet – Jahre später als bisher prognostiziert. Die teilweise Inbetriebnahme des unterirdischen Bahnhofs, die einst für Ende 2026 avisiert war, wurde im November 2022 abgesagt. Ein neuer Termin steht noch aus; derzeit läuft eine umfassende Überprüfung des gesamten Projekts.
Özdemir kritisierte die mangelnde Transparenz scharf und bezeichnete die Lage als „katastrophale Nachricht“ – sowohl für Baden-Württemberg als auch für Bahnkunden. Er drängt die Deutsche Bahn zu verbindlichen Zusagen, darunter die garantierte Umsetzung der versprochenen Digitalisierungsmaßnahmen.
Die Kosten des Projekts haben sich seit der Finanzierungsvereinbarung von 2009 fast verdreifacht, während die Fertigstellung weiter in den Sternen steht. Die Deutsche Bahn muss nun klare Zeitpläne und verbindliche Zusagen vorlegen, bevor das Vertrauen in Stuttgart 21 wiederhergestellt werden kann. Bis dahin bleiben Fahrgäste und regionale Verantwortliche mit anhaltenden Behinderungen und offenen Fragen zurück.






