03 April 2026, 00:20

Tarifstreit in Chemie- und Pharmabranche eskaliert nach nur zwei Tagen

Liniengraph, der die Beschäftigungsquote in Frankreich von 2000 bis 2012 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Tarifstreit in Chemie- und Pharmabranche eskaliert nach nur zwei Tagen

Tarifverhandlungen in Deutschlands Chemie- und Pharmabranche nach zwei Tagen gescheitert

Die Lohnverhandlungen für die chemische und pharmazeutische Industrie in Deutschland sind bereits nach zwei Tagen ergebnislos vertagt worden. Die Gespräche sollen Ende dieses Monats in Wiesbaden fortgesetzt werden – mit weitreichenden Folgen für rund 1.700 Unternehmen und 585.000 Beschäftigte. Die Arbeitgeber warnen, die Branche stecke in einer tiefen Krise: Die Produktion ist seit 2018 stark eingebrochen, und zahlreiche Werke stehen still.

Die jüngste Verhandlungsrunde scheiterte am unversöhnlichen Streit darüber, wie die eskalierende Krise der Branche zu bewältigen ist. Matthias Bürk, Hauptverhandler der Arbeitgeberseite, betonte, es gebe schlicht keine Gewinne zu verteilen. Vielmehr sei die Produktion seit 2018 um 20 Prozent eingebrochen, und ein Viertel der Werke liege derzeit brach. Arbeitsplatzsicherheit lasse sich nur durch die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit – nicht aber durch Lohnerhöhungen – erreichen, argumentierte Bürk.

Allein im Jahr 2025 sank die chemische Produktion um 3,3 Prozent, während die Kapazitätsauslastung auf nur noch 72,5 Prozent fiel. Hohe Energiekosten und der harte globale Wettbewerb – vor allem mit China – zwingen immer mehr Unternehmen zur Verlagerung ihrer Standorte, was Deutschlands Marktanteile schrumpfen lässt. Die Pharmasparte verzeichnete hingegen im gleichen Zeitraum ein Wachstum von 4,5 Prozent.

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Bürk forderte eine Aussetzung der Lohnforderungen, um den Unternehmen Spielraum für eine Erholung zu geben. Die Gewerkschaft IGBCE hingegen pocht auf verbindliche Maßnahmen zum Arbeitsplatzschutz, die über reine Lohnerhöhungen hinausgehen. Im Kern geht es um die Frage, wie die Lasten einer Branche zu verteilen sind, die sich noch immer von den Folgen des Ukraine-Kriegs 2022 und dem europäischen Energiepreisschock erholt.

Die Verhandlungen werden am 23. und 24. Februar fortgesetzt – beide Seiten stehen unter Druck, eine Lösung zu finden.

Mit der Vertagung bleiben 585.000 Beschäftigte in der Schwebe, während die Branche mit jahrelangem Niedergang kämpft. Die Arbeitgeber betonen, das Überleben hänge davon ab, die Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen. Das Ergebnis der nächsten Verhandlungsrunde wird entscheiden, ob Arbeitsplätze gesichert werden können – oder weitere Verluste drohen.

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