Volkswagen plant radikale Stellenkürzungen – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Leni RichterVolkswagen plant radikale Stellenkürzungen – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Volkswagen bereitet sich auf massive Stellenstreichungen vor, von denen bis zu 100.000 Beschäftigte und vier deutsche Werke betroffen sein könnten. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Konkurrenz aus China und steigender Kosten. Investoren blicken zunehmend skeptisch auf die schwindende Marktposition des Konzerns in Asien.
Jahre lang hatten eine starke links-grüne Allianz und Arbeitnehmervertreter bei Volkswagen für hohe Löhne und einen großen Personalbestand gesorgt. Die Mitarbeitervertretungen wurden von den plötzlichen Plänen für Entlassungen überrascht. Der Aufsichtsrat wird sich am 9. Juli in einer Sitzung mit der Thematik befassen.
Zu den Standorten, denen eine mögliche Schließung droht, gehören die Werke in Hannover und Emden, beide in Niedersachsen. Das Land Niedersachsen hält einen Anteil von 20,2 Prozent an Volkswagen und übt damit erheblichen Einfluss auf Unternehmensentscheidungen aus. Analysten erwarten für das nächste Jahr einen Gewinn pro Aktie von 24,21 Euro; bei einem aktuellen Aktienkurs von 72,54 Euro ergibt sich daraus ein KGV von 3,7 für dieses Jahr und 3,0 für 2027.
Zusätzlich sieht sich Volkswagen externen Belastungen ausgesetzt, darunter den aus der Trump-Ära stammenden Zöllen sowie der Konkurrenz durch die eigene günstigere Tochtermarke Škoda. Diese Faktoren verschärfen die finanzielle Situation des Konzerns weiter.
Die geplanten Kürzungen könnten die Geschäftsaktivitäten von Volkswagen in Deutschland grundlegend verändern. Die Sperrminorität des Landes könnte die endgültigen Entscheidungen erschweren. Die anstehende Aufsichtsratssitzung wird entscheidend für die Zukunft der Werke und der Belegschaft sein.
