19 March 2026, 20:15

Warum Deutschlands Wälder im Klimawandel zu lebenswichtigen Wasserspeichern werden müssen

Diagramm eines Waldes mit verschiedenen Wasserständen in Bäumen und Pflanzen mit begleitendem erklärendem Text.

Warum Deutschlands Wälder im Klimawandel zu lebenswichtigen Wasserspeichern werden müssen

Wälder spielen eine entscheidende Rolle bei der Wasserregulierung und schützen Gemeinden vor Extremwetter. Sie verlangsamen den Oberflächenabfluss, verringern das Hochwasserrisiko und tragen sogar zur Wolkenbildung bei. Doch angesichts der durch den Klimawandel häufiger werdenden Dürren und Starkregen betonen Fachleute: Die Umwandlung von Wäldern in widerstandsfähige Mischwälder ist dringender denn je.

Bisher hat nur ein deutsches Bundesland konkrete Schritte unternommen, um neue Methoden der Wasserspeicherung in Wäldern zu erproben – die anderen hinken bei der Anpassung an diese Herausforderungen hinterher.

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Wälder fungieren auf vielfältige Weise als natürliche Wasserspeicher. Ihr Boden wirkt wie ein riesiger Schwamm: Er saugt Regen auf und gibt das Wasser langsam wieder ab. Dadurch verringert sich das Risiko von Sturzfluten in benachbarten Städten und Dörfern, da plötzliche Abflusswellen verhindert werden. Bei heftigen Regenfällen schützt der Waldboden zudem vor Erosion und hält die Landschaft stabil.

Auch die Struktur des Waldes selbst ist entscheidend. Laubmischwälder etwa lassen im Winter, wenn die Bäume kein Laub tragen, mehr Regen und Schnee bis zum Boden durchdringen – das fördert die Grundwasserneubildung. Im Sommer kühlen Wälder durch die Verdunstung über die Blätter die Luft und schaffen so ein erfrischendes Mikroklima. Sie tragen sogar zur Wolkenbildung und zu lokalen Niederschlägen bei.

Schon kleine Maßnahmen können die Wasserspeicherung deutlich verbessern. So helfen gezielt angelegte Wasserquerungen entlang von Waldwegen, die Feuchtigkeit länger im Ökosystem zu halten. Doch Experten warnen: Angesichts des Klimawandels sind solche Anpassungen unverzichtbar. Steigende Temperaturen und unberechenbare Niederschläge erfordern ein Umdenken in der Waldbewirtschaftung, um die wichtige Rolle der Wälder im Wasserkreislauf zu erhalten.

Baden-Württemberg hat bereits Pilotprojekte gestartet, um Techniken zur Wasserspeicherung in Wäldern zu testen. Doch kein anderes Bundesland ist diesem Beispiel gefolgt. Ohne ähnliche Initiativen bleiben die möglichen Vorteile – saubereres Grundwasser, Hochwasserschutz und kühlere Luft – an anderen Orten ungenutzt.

Die Forderung, Wälder zu klimaresistenten Räumen umzugestalten, ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Strukturreiche Mischwälder regulieren den Wasserhaushalt, schützen vor Erosion und sichern die Grundwasservorräte. Während Baden-Württemberg mit Pilotprojekten vorangeht, bleibt der Rest des Landes untätig – und setzt damit Gemeinden den wachsenden Folgen des Klimawandels schutzlos aus.

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