18 March 2026, 16:14

Wie E-Autos in Baden-Württemberg heimlich das Stromnetz stabilisieren

Elektrofahrzeug-Ladestation auf einem Parkplatz mit umgeben-der Infrastruktur, Grünfläche und einer Brücke im Hintergrund bei bewölktem Himmel.

Wie E-Autos in Baden-Württemberg heimlich das Stromnetz stabilisieren

Baden-Württemberg testet im Praxisbetrieb, wie Elektroautos das Stromnetz entlasten können – ohne die Fahrer zu beeinträchtigen

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Unter dem Namen LadeFlexBW läuft in Baden-Württemberg ein Pilotprojekt, das untersucht, wie private Elektrofahrzeuge (E-Autos) die Stabilität des Stromnetzes unterstützen können, ohne den Alltag der Fahrer zu stören. Über 1.500 Halter von E-Autos nehmen teil und erhalten eine Vergütung, wenn sie ihre Ladegewohnheiten flexibel anpassen. Seit dem Start im Oktober 2023 soll das Projekt beweisen, dass bereits kleine Anpassungen im Ladeverhalten einen spürbaren Beitrag zur Netzstabilität leisten können – und das ganz ohne Komplikationen für die Nutzer.

Das Besondere: LadeFlexBW kommt ohne zusätzliche technische Hürden aus. Es sind weder intelligente Stromzähler noch Tarifänderungen nötig. Die Teilnehmer bleiben bei ihrem bisherigen Energieanbieter, verdienen aber zusätzliches Geld, indem sie ihre Ladeflexibilität zur Verfügung stellen. So bleibt der Komfort für die Fahrer gewahrt, während gleichzeitig ein marktbasiertes System erprobt wird.

"Wir wollen ein Geschäftsmodell schaffen, von dem E-Auto-Besitzer wirklich profitieren", erklärt Dominique Gross, Geschäftsführer von Intelligent Energy System Services (IE2S). Das System sei so konzipiert, dass es sich problemlos hochskalieren lasse – von einigen hundert bis hin zu zehntausenden Fahrzeugen. Bis März 2026 hatten sich bereits mehr als 1.500 Fahrer aus der Region dem Pilotprojekt angeschlossen.

Für Oliver Strangfeld, Vorstandsmitglied bei TransnetBW, sind solche Praxisversuche entscheidend, um von kleinen Testläufen zu einer flächendeckenden Anwendung zu gelangen. Die Erkenntnisse aus LadeFlexBW könnten künftig die Gestaltung von Strompreisen, digitalen Ladediensten und Regularien für dezentrale Flexibilität prägen. Gleichzeitig unterstützt das Projekt die europäischen Bestrebungen, die Nachfragesteuerung in Energiesystemen auszubauen.

LadeFlexBW zeigt, dass sich E-Auto-Ladevorgänge an die Bedürfnisse des Stromnetzes anpassen lassen, ohne den Alltag der Fahrer zu verkomplizieren. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, Energierichtlinien zu optimieren, neue Mobilitätsdienstleistungen zu entwickeln und die Integration erneuerbarer Energien voranzutreiben. Mit über 1.500 Teilnehmern beweist das Projekt bereits jetzt, dass sich Netzsicherheit und Verbraucherfreundlichkeit praktisch in Einklang bringen lassen.

Quelle