30 April 2026, 04:17

Wie ein Dorf in Baden-Württemberg Deutschlands schnellstes Internet baute – ganz ohne Staat

Nahaufnahme eines Glasfaserkabels mit blauen und wei├čen Lichtern vor schwarzem Hintergrund.

Wie ein Dorf in Baden-Württemberg Deutschlands schnellstes Internet baute – ganz ohne Staat

Ein kleines Städtchen in Baden-Württemberg hat eines der schnellsten Internetnetze Deutschlands aufgebaut – und das ohne große staatliche Förderung. Hohentengen am Hochrhein bietet seinen Bürgern nun Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabyte pro Sekunde und beweist damit, dass ländliche Regionen bei der digitalen Infrastruktur eine Vorreiterrolle einnehmen können. Möglich wurde das Projekt durch Eigeninitiative und kluge Planung statt durch langwierige Bürokratie.

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Das 90 Kilometer lange Glasfasernetz der Gemeinde, mit über 10.000 Kilometern Kabel, entstand mithilfe einer besonders schonenden Verlegetechnik. Andreas Nauroth, der technische Leiter des Vorhabens, verzichtete auf aufwendige Straßenbauarbeiten, indem er die Leitungen entlang bestehender Trassen verlegte. Diese Methode hielt die Kosten niedrig und minimierte Verzögerungen.

Finanziert wurde das Projekt durch lokale Investitionen und Kredite – ohne nennenswerte Unterstützung von Land oder Bund. Die Kommunalverwaltung behandelte Hochgeschwindigkeitsinternet als grundlegende Infrastruktur, vergleichbar mit Wasser oder Strom. Inzwischen nutzen 96 Prozent der Haushalte den kommunalen Breitbanddienst.

Für ein Paket mit Internet, Telefon und Fernsehen zahlen die Einwohner 69 Euro im Monat. Betrieben wird der Service von der MOKO, dem kommunalen Kommunikationstechnik-Zweig, sowie der MKTH GmbH, der örtlichen Betriebsgesellschaft. Bürgermeister Martin Benz ruft andere ländliche Gemeinden dazu auf, dem Vorbild Hohentengens zu folgen, und zeigt: Schnelles Internet ist mit Entschlossenheit und lokalem Engagement machbar.

Der Erfolg der Gemeinde beweist, dass ländliche Regionen nicht auf träge staatliche Förderprogramme warten müssen, um an Hochgeschwindigkeitsinternet zu kommen. Durch lokale Finanzierung, intelligente Technik und den Fokus auf essenzielle Infrastruktur hat Hohentengen zuverlässige und schnelle Verbindungen geschaffen. Mit einer Nutzungsquote von fast 100 Prozent der Haushalte bietet das Modell anderen Kommunen eine klare Blaupause für den Ausbau ihrer digitalen Netze.

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