Wie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit Reparaturen die Umwelt rettet
Theo SchmidtWie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit Reparaturen die Umwelt rettet
Im Bremer Stadtteil Neue Vahr betreibt Karem Hasan ein Reparatur-Café hinter der Heilig-Geist-Kirche. Hier hilft er Anwohnern kostenlos, kaputte Geräte zu reparieren – und setzt sich gleichzeitig für Nachhaltigkeit ein. Eine neue Gesetzgebung, die im Juli in Kraft tritt, wird seine Arbeit künftig noch erleichtern.
Hasan eröffnete das Reparatur-Café 2019 im Marktplatz der Begegnung, einem sozialen Supermarkt. Jeden Samstagmorgen und unter der Woche nach seiner regulären Arbeitszeit steht die Werkstatt offen. Unterstützt wird er von seiner Frau Reham Alsalti und dem ukrainischen Praktikanten Andrii.
2018 floh Hasan mit seiner Familie vor dem Krieg in Syrien und ließ sich noch im selben Jahr in Bremen nieder. 2024 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft und trat im Dezember desselben Jahres der SPD bei. Eine Rückkehr nach Syrien kommt für ihn nicht infrage – zu sehr fehle es dort an grundlegender Infrastruktur, erklärt er.
Das kommende „Recht auf Reparatur“-Gesetz wird Hersteller verpflichten, Produkte so zu gestalten, dass sie leichter zu reparieren sind. Hasan begrüßt die Neuregelung, denn sie passt perfekt zu seinem Anliegen: Müll vermeiden und Menschen darin bestärken, ihre Besitztümer instand zu halten. Besonders an seine drei Kinder denkt er dabei – in der Hoffnung, noch mehr Menschen für den Umweltschutz zu begeistern.
Das Café bietet weiterhin kostenlose Reparaturen an und berät bei der Beschaffung von Ersatzteilen. Hasans Engagement, getragen von Familie und Ehrenamtlichen, profitiert ab Juli von dem neuen Gesetz. Die Initiative bleibt ein kleines, aber aktives Puzzleteil in Bremens Nachhaltigkeitsbemühungen.






