Wie eine makellose Vita an versteckten Führungsfehlern scheitern kann
Nina BrandtWie eine makellose Vita an versteckten Führungsfehlern scheitern kann
Eine vielversprechende Führungskraft sah ihre Karriere fast an versteckten Verhaltensproblemen scheitern – trotz makelloser Vita. Norbert Graschi, ein auf Düsseldorf ansässiger Personalberater, bearbeitete kürzlich einen Fall, in dem ein ansonsten starker Kandidat aufgrund schlechter Kommunikation mit den Mitarbeitenden durchfiel. Der Vorfall zeigt: Selbst beste Qualifikationen schützen Führungskräfte nicht vor Reputationsschäden.
Der Betroffene verfügte über exzellente Referenzen und eine beeindruckende Erfolgsbilanz. Doch im Rahmen der Hintergrundprüfungen kamen Bedenken hinsichtlich seines Umgangstons in Gesprächen mit Beschäftigten auf. Schließlich schaltete sich der Betriebsrat ein und warnte vor der problematischen Führungsweise des Managers.
Personalberater wie Graschi sprechen für solche Bewertungen oft mit Mitarbeitenden aller Ebenen, um den Führungsstil eines Kandidaten zu analysieren. Ziel ist es, blinde Flecken aufzudecken – etwa wie jemand mit Stress, Kritik oder schwierigen Situationen umgeht. In diesem Fall traten die zwischenmenschlichen Defizite der Führungskraft erst bei genauerer Prüfung zutage.
Solche Verhaltensmuster können selbst die ambitioniertesten Karrieren aus der Bahn werfen. Viele Bewerber für Spitzenpositionen scheitern in der finalen Runde nicht an fachlichen Lücken, sondern an emotionalen oder sozialen Schwächen. Graschis Fall verdeutlicht: Reputation entsteht im Kleinen – im Umgang mit Kritik, in der Ansprache von Mitarbeitenden und in der Konfliktlösung.
Der Vorfall dient Führungskräften mit Führungsambitionen als Warnung: Ein perfekter Lebenslauf wiegt einen schlechten Ruf als Vorgesetzter nicht auf. Selbstreflexion ist heute unverzichtbar, um Karrierefallen zu erkennen, die oft erst dann sichtbar werden, wenn sie bereits erheblichen Schaden angerichtet haben.






