Windpark in Ostprignitz-Ruppin: NABU stoppt Bau wegen Artenschutz-Klage
Matteo KrauseWindpark in Ostprignitz-Ruppin: NABU stoppt Bau wegen Artenschutz-Klage
Pläne für einen neuen Windpark in der Nähe von Zootzen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin stehen vor rechtlichen Hürden. Die Naturschutzorganisation NABU hat rechtliche Schritte gegen das Projekt eingeleitet.
Der geplante Windpark liegt in unmittelbarer Nähe zu empfindlichen Lebensräumen bedrohter Tierarten. Nur etwa 700 Meter vom Baugebiet entfernt befinden sich Horstplätze von Seeadlern, was die Sorge vor Kollisionen mit den Rotorblättern verstärkt. Zudem weist der NABU auf die Bedeutung der Wittstocker Ruppiner Heide für die vom Aussterben bedrohte Population der Abendsegler hin – eine Fledermausart, die durch den Bau weiter gefährdet werden könnte.
Die Umweltschützer haben nun einen Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingereicht. Die Organisation fordert die Umsiedlung eines Mäusebussard-Nestes, da an derselben Stelle Baukrane aufgestellt werden sollen. Mit der Klage soll das Projekt so lange gestoppt werden, bis eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung vorliegt.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Abwägung zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem Artenschutz. Zwar spielen Windparks eine zentrale Rolle bei der Energiewende in Deutschland, doch warnen Naturschützer, dass falsch platzierte Anlagen unwiederbringliche Schäden für gefährdete Arten verursachen könnten.
Nun muss das Gericht entscheiden, ob die Bauarbeiten vorerst ausgesetzt werden, während die Bedenken des NABU geprüft werden. Sollte der Eilantrag Erfolg haben, könnte sich der Bau des Windparks verzögern oder das Vorhaben muss angepasst werden, um Risiken für die heimische Tierwelt zu verringern. Das Urteil könnte zudem richtungsweisend für ähnliche Konflikte zwischen Ökostrom-Projekten und Naturschutz sein.






