Wirtschaftserwartungen im Euroraum steigen erstmals seit Monaten wieder
Leni RichterWirtschaftserwartungen im Euroraum steigen erstmals seit Monaten wieder
Die Wirtschaftserwartungen im Euroraum haben sich im Juni deutlich aufgehellt. Der ZEW-Index stieg auf 9,5 Punkte und verzeichnete damit einen Anstieg um 18,6 Punkte gegenüber Mai. Damit kehrte der Indikator erstmals seit Monaten wieder in den positiven Bereich zurück, wie ZEW-Präsident Achim Wambach mitteilte.
Auch in Deutschland zeichnete sich ein ähnlicher Aufwärtstrend ab. Die Konjunkturerwartungen für das Land kletterten im Juni auf 10,5 Punkte – ein Plus von 20,7 Punkten im Vergleich zum Vormonat. Die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland blieb jedoch schwach: Der entsprechende Indikator sank um 3,2 Punkte auf -81.
In mehreren Branchen gab es bemerkenswerte Veränderungen. Im Automobilsektor verbesserte sich die Stimmungslage um 21,9 Punkte, blieb aber weiterhin im negativen Bereich. Der Maschinenbau verzeichnete ein Plus von 9,2 Punkten, während die chemisch-pharmazeutische Industrie um 16 Punkte zulegte. Demgegenüber verschlechterte sich die Stimmung in der Bauwirtschaft um 15,2 Punkte auf -12.
Auch die Erwartungen an den privaten Konsum hellten sich auf und stiegen um 11,7 Punkte. Analysten führen dies unter anderem auf die mögliche Entspannung im Iran-Konflikt zurück, die den Druck auf die Energiepreise und die Inflation verringern könnte. Trotz dieser Fortschritte wurde die aktuelle Lage im Euroraum mit -43,4 Punkten weiterhin negativ bewertet.
Der ZEW-Index hat sich damit wieder im positiven Bereich etabliert. Die branchenbezogenen Verbesserungen und die insgesamt gestiegenen Wirtschaftserwartungen deuten auf wachsenden Optimismus hin. Dennoch bleibt das aktuelle wirtschaftliche Umfeld in Deutschland und im Euroraum herausfordernd.






