Wirtschaftsverbände protestieren gegen Ausschluss des Mittelstands bei Kanzler-Gipfel
Matteo KrauseWirtschaftsverbände protestieren gegen Ausschluss des Mittelstands bei Kanzler-Gipfel
Eine Gruppe von Wirtschaftsverbänden hat einen bevorstehenden Spitzengipfel im Kanzleramt scharf kritisiert, weil kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nicht eingeladen wurden. Das Treffen unter Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll zentrale Reformen behandeln – doch wichtige Wirtschaftsvertreter werfen der Regierung vor, sie von den entscheidenden Gesprächen ausgeschlossen zu haben.
Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und zehn weitere Branchenverbände veröffentlichten eine Stellungnahme, in der sie ihre wachsende Besorgnis über die Ausgrenzung zum Ausdruck brachten. Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des BVMW, bezeichnete den Gipfel als das „wichtigste Treffen dieser Legislaturperiode“ – doch der Mittelstand, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, sei nicht dabei.
Die Unterzeichner betonten, dass Deutschland einen offenen, realitätsnahen wirtschaftspolitischen Dialog brauche. Der Mittelstand – der von KMU geprägte Sektor – müsse bei der Gestaltung von Reformen unbedingt mit am Tisch sitzen.
In der Erklärung wurden zudem ungelöste Forderungen hervorgehoben, darunter Bürokratieabbau, eine Reform der Einkommensteuer und mehr Flexibilität im Arbeitsrecht. Ahlhaus warf der Bundesregierung vor, genau jene Unternehmen zu ignorieren, die von politischen Entscheidungen am stärksten betroffen seien.
Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Kanzler Merz die Reformpläne ohne direkte Einbindung der KMU-Spitzen diskutieren will. Die ausgeschlossen Verbände fordern nun einen inklusiveren Ansatz in der Wirtschaftspolitik. Ihre Forderungen liegen weiterhin auf dem Tisch – eine Reaktion der Regierung steht noch aus.
