25 April 2026, 14:19

Zufit Simon erhält Tanzpreis München für ihr radikales Lebenswerk

Ein Buchumschlag mit einer leuchtenden Illustration einer Gruppe tanzender Frauen in energischen, synchronisierten Posen, mit detaillierter Kleidung und Gesichtsmerkmalen.

Zufit Simon erhält Tanzpreis München für ihr radikales Lebenswerk

Die Choreografin Zufit Simon erhält 2025 den Tanzpreis München für ihr Lebenswerk. Mit nur 45 Jahren hat sie den zeitgenössischen Tanz mit ihrer mutigen, kompromisslosen Vision neu geprägt. Kritiker vergleichen ihr Schaffen oft mit der molekularen Küche – präzise, verdichtet und von atemberaubender Intensität.

1980 in Israel geboren, lebt Simon seit 25 Jahren in Deutschland, wo sie sich durch radikale Innovationen einen Namen gemacht hat. Ihr erstes Solo fleischlos gewann 2005 den dritten Platz als bestes deutsches Tanzsolo beim euroscene Leipzig. Doch 2016 erlitt ihre Karriere einen Rückschlag, als das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur ihre konzeptionelle Förderung strich.

Trotz dieser Herausforderungen fand Simon in Dietrich Oberländers artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig einen langjährigen Partner. Viele ihrer Werke feierten im inzwischen geschlossenen LOT-Theater Premiere, das 2024 wegen Insolvenz seine Türen schließen musste. Ihr jüngstes Stück, The Fight Club, markiert eine radikale Wende hin zu Themen wie Kampf und männlicher Aggression.

The Fight Club wird am 23. April das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover eröffnen. Anders als in ihren früheren Arbeiten verzichtet Simon hier vollständig auf Erzählstrukturen und Romantik. Stattdessen reduziert sie Bewegung auf reine Körperlichkeit – ein Erlebnis, das so schroff wie unvergesslich ist.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Verleihung des Tanzpreises München fällt in eine entscheidende Phase von Simons Karriere. Mit The Fight Club sprengt sie weiterhin Grenzen und widersteht allen Erwartungen an das, was Tanz sein sollte. Die Festivaleröffnung wird ihre jüngste Entwicklung zeigen – eine, die sich weigert, ihre scharfen Kanten zu glätten.

Quelle