Forschungsland Deutschland droht die Innovationslücke – und Merz steht unter Druck
Nina BrandtForschungsland Deutschland droht die Innovationslücke – und Merz steht unter Druck
Deutschlands Forschungs- und Innovationssektor steht vor wachsenden Herausforderungen, da das Land Mühe hat, sein Investitionsziel von 3,5 Prozent zu erreichen. Angesichts geplanter Sparmaßnahmen im Haushalt 2027 warnen Kritiker vor Stagnation in zentralen Bereichen. Der jüngste Bericht der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) setzt Bundeskanzler Friedrich Merz nun unter Zugzwang, entschlossen zu handeln.
Die EFI übergab Merz ihren Jahresbericht 2026 und skizzierte darin dringende Schritte für eine wirksamere Innovationspolitik. Obwohl der Kanzler das Thema zur "höchsten Priorität" erklärte, fehlt es weiterhin an einer einheitlichen nationalen Strategie. Stattdessen verlässt sich Deutschland weiterhin auf die Zuständigkeiten der einzelnen Bundesländer – etwa in Schlüsselfeldern wie der künstlichen Intelligenz – anstatt ganzheitliche Lösungen zu entwickeln.
Die Finanzierung der High-Tech-Strategie bleibt aufgrund von Kompetenzstreitigkeiten und fehlenden tragfähigen Konzepten blockiert. Der Einfluss Bayerns – über das CSU-geführte Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie den Vorsitz in der Wissenschaftsministerkonferenz – hat das Vertrauen in transparente Entscheidungsprozesse weiter untergraben. Ayse Asar, Sprecherin für Forschungs-, Technologie- und Raumfahrtpolitik, kritisierte die Bundesregierung scharf für das Ausbleiben spürbarer Fortschritte.
Auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) spüren die Belastungen. Übermäßige Bürokratie und schwache Rahmenbedingungen erschweren den effizienten Wissens- und Technologietransfer zwischen Wirtschaft und Hochschulen. Der EFI-Bericht betont, wie dringend zuverlässige politische Weichenstellungen auf nationaler und EU-Ebene nötig sind, um den aktuellen Abwärtstrend umzukehren.
Der Reformfahrplan 2026 der EFI bietet zwar eine klare Roadmap, doch seine Umsetzung bleibt ungewiss. Ohne bessere Abstimmung und ausreichende Mittel droht Deutschland im internationalen Wettbewerb in Forschung und Innovation weiter zurückzufallen. Die anstehenden Haushaltsentscheidungen werden zeigen, ob das Land seine Ambitionen in Taten umsetzen kann.






