Mirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Deutschlands Barrieren
Matteo KrauseMirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Deutschlands Barrieren
Mirjam Kottmann hat Geschichte geschrieben: Sie ist die erste Nachrichtensprecherin im Rollstuhl in Deutschland. Im Februar 2023 begann sie beim Bayerischen Rundfunk (BR24), nachdem sie sich erfolgreich für die Moderationsposition beworben hatte. Ihre Ernennung markiert einen bedeutenden Schritt für mehr Repräsentation im deutschen Fernsehjournalismus.
Kottmanns Karriere beim Bayerischen Rundfunk startete bereits 1997, als sie für die Rundschau arbeitete, den Vorgänger von BR24. Im Laufe der Jahre war sie als Reporterin für die ARD-Studios in Rom und Wien tätig, produzierte Magazinbeiträge und Fernsehberichte. Seit zwölf Jahren ist sie aufgrund von Multipler Sklerose auf einen Rollstuhl angewiesen.
2023 schrieb BR24 eine Stelle für eine Nachrichtensprecherin aus. Kottmann bewarb sich, moderierte im Herbst eine Probe-Woche und erhielt für ihre Professionalität, ihre herzliche Art und ihre angenehme Stimme viel Lob. Kurz darauf bestätigte der Sender sie als feste Moderatorin für die Nachrichten um 16:00 Uhr und 18:30 Uhr.
Zuvor hatte sie bereits die Radiosendung Leben mit Behinderung moderiert und setzt sich seit Langem für mehr Vielfalt in den Medien ein. Ihre Präsenz als Sprecherin stellt veraltete Normen im deutschen Fernsehen infrage – aktuelle Statistiken zu fest angestellten Moderator:innen mit körperlichen Behinderungen liegen auch 2026 nicht vor.
Kottmanns Rolle als erste Rollstuhlfahrerin in der BR24-Nachrichtenredaktion setzt neue Maßstäbe im deutschen Medienbereich. Ihre Erfahrung und ihr Engagement inspirieren viele und unterstreichen die Notwendigkeit größerer Inklusion im Fernsehen. Die Entscheidung des Senders spiegelt ein wachsendes Bewusstsein für Vielfalt vor der Kamera wider.






