Philologenverband kritisiert mangelnde Investitionen in Schulen trotz Sondervermögen
Leni RichterPhilologenverband kritisiert mangelnde Investitionen in Schulen trotz Sondervermögen
Deutscher Philologenverband (DPhV) übt scharfe Kritik an Verwendung der Mittel aus dem 500-Milliarden-Sondervermögen
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat die Art und Weise, wie Gelder aus dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen ausgegeben werden, scharf kritisiert. Nach Angaben des Verbands fließe zu wenig Geld in die Schulen, sodass dringende Bedarfe ungedeckt blieben. Gefordert wird nun, mindestens 60 Milliarden Euro für Sanierungen, digitale Aufrüstung und neue Ausstattung bereitzustellen.
Der DPhV wirft Bund und Ländern vor, die Bildungspolitik zu vernachlässigen. Obwohl Artikel 143h des Grundgesetzes vorschreibt, dass das Sondervermögen für zusätzliche Investitionen genutzt werden muss, zeigen Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des ifo Instituts, dass ein Großteil der 2025 aufgenommenen Schulden nicht in neue Projekte floss. Die KfW-Bankengruppe beziffert den Investitionsstau allein bei der Schulinfrastruktur auf 67,8 Milliarden Euro.
Die aktuelle Förderung bleibt weit hinter den Anforderungen zurück. Der DigitalPakt 2.0 mit rund fünf Milliarden Euro deckt nur einen Teil des Bedarfs ab – und selbst hier gibt es strukturelle Probleme. Der DPhV spricht von einem "Vertrauensbruch" gegenüber Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Lehrkräften.
Um die Situation zu verbessern, fordert der Verband verbindliche Regeln für die Mittelverwendung. Notwendig sei ein gemeinsames Vorgehen aller 16 Bundesländer, um sicherzustellen, dass die Gelder direkt in Schulbauten, Instandsetzungen und Digitalisierung fließen.
Die Forderungen des DPhV unterstreichen die wachsende Kluft zwischen verfügbaren Mitteln und tatsächlichen Fortschritten an Schulen. Angesichts eines Investitionsrückstaus von 67,8 Milliarden Euro allein für die Beseitigung der Altlasten pocht der Verband auf strengere Kontrollen und klarere Prioritäten. Ohne Kurskorrektur, so die Warnung, werde das Sondervermögen seine eigentlichen Ziele weiterhin verfehlen.






