Rastatt kämpft um finanzielle Stabilität nach 50-Millionen-Einbruch bei Gewerbesteuern
Nina BrandtRastatt kämpft um finanzielle Stabilität nach 50-Millionen-Einbruch bei Gewerbesteuern
Rastatt steht vor einer tiefen Finanzkrise, nachdem die Gewerbesteuereinnahmen um 50 Millionen Euro eingebrochen sind. Der Haushalt der Stadt für 2026 wurde vom Regierungspräsidium Karlsruhe nur unter strengen Auflagen genehmigt. Nun warnen Verantwortliche, dass weitere Kürzungen und neue Einnahmequellen dringend nötig sind, um die Finanzen zu stabilisieren.
Die Krise trat Mitte Februar 2026 offen zutage, als die Gewerbesteuereinnahmen Rastatts dramatisch einbrachen. Statt der erwarteten eine Million Euro stehen der Stadt für das gesamte Jahr nur noch rund 300.000 Euro zur Verfügung. Dieser drastische Rückgang zwang die Stadt, ihren Haushaltsplan für 2026 unter verschärften Bedingungen genehmigen zu lassen.
Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat Rastatt strenge Vorgaben für die Ausgabenplanung auferlegt. Dazu gehören tiefgreifende Einsparungen sowie eine vollständige Überprüfung des städtischen Investitionsprogramms. Bürgermeisterin Monika Müller betonte, dass sowohl Sparmaßnahmen als auch höhere Einnahmen unverzichtbar seien, um weitere finanzielle Engpässe zu vermeiden.
Bei einer öffentlichen Veranstaltung im Juni soll Rastatt die nächsten Schritte für das Jahr 2027 vorstellen. Bis zum 1. September 2026 muss die Stadt dem Regierungspräsidium einen detaillierten Bericht über ihre Haushaltslage vorlegen. Ziel ist es, die Stadt finanziell handlungsfähig zu halten und gleichzeitig die wirtschaftliche Perspektive zu verbessern.
Auch Karlsruhe selbst verzeichnet einen ähnlichen starken Rückgang bei den Gewerbesteuereinnahmen und muss über die ursprünglichen Pläne hinaus zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Vergleichbare Daten zu anderen Städten in Baden-Württemberg liegen jedoch bisher nicht vor.
Rastatts finanzielle Zukunft hängt davon ab, ob die Stadt die Forderungen des Regierungspräsidiums erfüllt. Bis zur Frist im September müssen die Ausgaben gekürzt, die Einnahmen gesteigert und die Investitionspläne angepasst werden. Ohne diese Schritte droht sich die wirtschaftliche Lage weiter zu verschärfen.






