"Richiii!" – Wie ein Schweizer Meme zur rechtlichen Grauzone wurde
Ein virales Schweizer Meme aus dem Jahr 2010 hat eine Debatte über die unerlaubte kommerzielle Nutzung entfacht. Der Clip, in dem ein Junge namens Richi von einem Bagger fällt und sein Vater laut ruft, wurde durch eine SRF-Dokumentation bekannt. Nun hat sich die betroffene Familie gegen die Ausbeutung ohne ihre Erlaubnis gewehrt.
Das Meme stammt aus einer Folge von Auf und davon, einer SRF-Serie, die den Umzug einer Schweizer Familie nach Kanada begleitet. In der Szene verliert der fünfjährige Richi den Halt am Bagger, woraufhin sein Vater Hermann Schömbächler auf Schweizerdeutsch ruft: "Richiii! I ha gseit, du söusch di guet häbe!" Der Ausschnitt verbreitete sich online und erreichte in verschiedenen Versionen über eine Million Aufrufe.
Mit der Zeit wurde das Meme in der Schweiz kommerziell genutzt. Ohne Zustimmung der Familie erschienen Merchandise-Artikel wie Socken, Aufbügelmotive und sogar ein Kinderbuch. 2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng einen Song mit dem Titel Richi, in dem der Ruf des Vaters zu hören ist. Der Titel wurde später zur offiziellen Torhymne der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM 2024 in Prag.
Nach den Beschwerden der Familie strich der Schweizer Eishockeyverband den Song aus dem Programm. Stubete Gäng kündigte an, den Track neu aufzunehmen – diesmal ohne Schömbächlers Stimme. Die Band räumte ein, den Audioausschnitt ohne Genehmigung verwendet zu haben.
Die Einwände der Familie haben zu Veränderungen in der Nutzung des Memes geführt: Der Eishockeyverband spielt den Song bei Spielen nicht mehr, und die Band wird eine überarbeitete Version veröffentlichen. Merchandise-Artikel mit dem Clip sind jedoch weiterhin im Umlauf, obwohl sie nach wie vor ohne Zustimmung der Familie produziert werden.






